Indigenes Volk

Standard

Sind die Deutschen (bzw. die Wenden/Sorben) ein indigenes Volk auf dem von der Bundesrepublik Deutschland beanspruchten Gebiet?

Indigen ist lateinisch:

Tatsächlich setzt sich das Wort aus dem Altlateinischen indi- (indu-), „innen, ein-“ und -genus = „geboren“ zusammen, was direkt als „eingeboren“ bzw. „Eingeborener“ zu übersetzen wäre.
Quelle

Die international als gültig betrachteten Kriterien für den Status als indigenes Volk lauten:

1. Die betreffenden Menschen sind diejenigen, die als „erste “ auf dem Gebiet gewohnt haben. (Das wären heute Deutsche und Wenden/Sorben mehr oder weniger gleichermaßen.)

2. Sie sind kulturell deutlich von der herrschenden Gesellschaft zu unterscheiden. (Trifft auf Deutsche und Wenden/Sorben gleichermaßen zu. Die herrschende städtische Gesellschaft ist römisch und amerikanisch, die ländlich-indigene Gesellschaft ist bis heute germanisch/slawisch-gemeinschaftlich geprägt.)

3. Sie sehen sich selbst als von anderen unterscheidbare Gemeinschaft und werden auch von außen als solche betrachtet. (Auch das trifft auf Deutsche und Wenden/Sorben gleichermaßen zu. Städter sind weltweit amerikanisiert. Die einheimische Kultur wird von der Landbevölkerung bewahrt. Man muß diese Unterschiedlichkeit nur noch hervorheben. Das birgt allerdings in sich den Keim zur nächsten Diktatur: Wer ist deutsch, und wer nicht. Und was haben Deutsche überhaupt noch mit der germanischen Kultur gemeinsam?)

4. Das Vorhandensein von als Gruppe erfahrener Unterdrückung. (Das gilt für die Deutschen – mit Unterbrechung durch den Nationalsozialismus, der nicht zuletzt ein Ergebnis der Unterdrückung nach dem I. Weltkrieg war – eigentlich seit dem Vertrag von Versailles.)

Es stellt sich die Frage: Kann man das deutsche Volk als indigenes definieren und entsprechend sensibilisieren, ohne sich in rechtsradikale Gefilde zu begeben? Die Deutschen sind keine Germanen, sie sind kulturell so verschiedenen von ihnen wie von den Eskimos. Aber die naturrechtlichen Grundlagen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens hat auch die deutsche Landbevölkerung noch „intus“. Die haben alle indigenen Bevölkerungen gemeinsam, da sie ihren Zusammenhalt als definierte Gruppe bewirken.

Ich würde also bei der Definierung des deutschen Volkes als hiesiges indigenes Volk im Gegensatz zur herrschenden amerikanischen Gesellschaft nicht auf „germanisch“ und „slawisch“ plädieren, sondern einfach, ehrlich und korrekt auf „deutsch“ und „wendisch/sorbisch“.

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  1. „Die betreffenden Menschen sind diejenigen, die als “erste ” auf dem Gebiet gewohnt haben.“

    Großzügig betrachtet ist das Gebiet die Erde u. die betreffenden Menschen darauf alle!

  2. Klar. Aber wenn es um kulturelle Unterscheidung von der herrschenden Gesellschaft geht, muß man das schon ein bißchen eingrenzen, oder nicht? 7 Milliarden Menschen als Gemeinschaft sind keine Gemeinschaft, sondern ein sozial nicht zu bewältigendes Abstraktum.

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