Überlegungen zum Status Quo der Situation hierzulande

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Was ergibt sich nun aus den zitierten Ansichten zur Frage Staat und Souveränität?

1.
Ein Staat kann von jeder Entität gegründet werden, die höchste Macht über ein Territorium ausübt.

2.
Ein Staat kann ein Staat sein, ohne souverän zu sein. Solange er nicht die höchste Macht über sein definiertes Territorium ausübt und auch international vollkommen unabhängige Entscheidungen trifft, ist er nicht souverän.

3.
Ein Staat erlangt Souveränität durch eine Erklärung, die ein ausschließlich dafür zusammengestelltes Gremium gegenüber der internationalen Staatengemeinschaft abgibt. Dabei wird das beanspruchte Territorium ausdrücklich benannt. Die exakte und verbindliche Benennung des vom souveränen Staat beanspruchten Territoriums ist für die internationale Kommunikation eine Grundvoraussetzung und daher Bedingung für die Anerkennung der Souveränität.

4.
Ein souveräner Staat (wie z.B. die USA oder Großbritannien) kann laut geltendem internationalen Recht fremdes Territorium weder einseitig annektieren noch nach einem Krieg die Waffenstillstandsgrenzen als gültig beanspruchen. Was allerdings sehr wohl möglich ist, ist die „legale“ Annektierung, also gewissermaßen mit „Einverständnis“ der Bewohner des annektierten Territoriums. Dies geschieht per Vereinbarung oder völkerrechtlichem Vertrag.

Es stellen sich mir folgende Fragen:

Hat die Bundesrepublik Deutschland nach dem 2+4-Vertrag von 1990, der ihr angeblich volle Souveränität gewährte, von dieser Souveränität Gebrauch gemacht, indem sie sich als souveräner Staat des souveränen deutschen Volkes proklamiert hat?

Ist mir nicht bekannt. Für zweckdienliche Hinweise bin ich dankbar.

Wann wurde den Deutschen ihre Souveränität als Volk, ihr Recht, als völkerrechtliches Subjekt mit allen Rechten frei über ihre politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belange zu entscheiden, zurückgegeben?

Mir liegen dazu keine Informationen vor.

Kann es sein, daß der Betrug darin besteht, daß den Deutschen die völkerrechtlichen Zusammenhänge ihrer widerstandslosen Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland als „ihr“ Staat vorenthalten werden? Daß 1990 eine „legale Annektierung“ der vier Besatzungszonen seitens der Westmächte stattgefunden hat?

Kann es also sein, daß die Deutschen ihre Ansprüche am Land ihrer Vorfahren aufgegeben haben? Eigentlich nicht. Denn wie sollte das gehen? Diese Ansprüche sind unveräußerliche Geburtsrechte, Menschenrechte. Die KANN man nicht abtreten. Schon gar nicht „stillschweigend“, ohne ausdrückliche Erklärung. 1990 wurde dem mehr oder weniger offiziell noch unter Besatzungsaufsicht stehenden und von den Besatzungsmächten gegründeten Staat mehr Handlungsfreiheit eingeräumt, mehr nicht. Es wurde nicht den Deutschen ihre Souveränität zurückgegeben, und die Bundesrepublik hat gegenüber der internationalen Staatengemeinschaft keinen Anspruch auf das Territorium der 16 Bundesländer erhoben, schon gar nicht ihre Souveränität als Staat proklamiert.

Ich stelle fest:

Das von den Deutschen bewohnte Land als strategisch wichtige Region in Mitteleuropa wird offenbar gegenwärtig von keiner souveränen Entität als Staatsterritorium beansprucht. Weder von der Bundesrepublik Deutschland, deren Grundgesetz nur für „die Deutschen“ in ihren Ländern gilt, die also kein Territorium beansprucht, sondern nur ein Volk, noch von den Allierten, die laut geltender Völkerrechtsauffassung nicht einseitig annektieren dürfen, debellatio hin oder her, und auch nicht legal annektieren können, weil sie dazu das ausdrückliche Einverständnis der Deutschen bräuchten.

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Das Land der Deutschen wird also seit 1945 von keinem Souverän beansprucht, und die Deutschen wissen es nicht. Sie selbst dürfen es aber auch nicht beanspruchen, solange ihre Besatzer ihnen als Volk nicht ihre Souveränität zurückgeben und sie als Volk diese Souveränität selbst proklamieren. Stattdessen bemüht man sich nach Kräften, die Deutschen als Volk mit eigener Identität und damit potentieller Souveränität aufzulösen. Wenn es die Deutschen nicht mehr gibt, können sie ihr Land nicht zurückfordern.

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Der Gedanke, daß die Deutschen als Volk verschwinden könnten, berührt mich persönlich wenig, denn ich identifiziere mich nicht als Deutsche, ich gelte nur als solche. Aber was da abläuft, ist ganz zweifellos himmelschreiendes Unrecht, egal welches Volk auf diese Weise betrogen wird.

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