Warum man in der Bundesrepublik Deutschland als Mensch leben darf

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1. Die Bundesrepublik Deutschland versteht sich als Staat und originären Träger von Hoheitsgewalt.

2. Als Staat beansprucht sie bis hinunter auf Gemeindeebene die Rechtsstellung einer Hoheitsgewalt ausübenden Gebietskörperschaft.

3. Eine Gebietskörperschaft ist eine Form der Körperschaft des öffentlichen Rechts, bei der Zuständigkeit und Mitgliedschaft territorial bestimmt sind.

4. Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist immer eine mitgliedschaftlich organisierte Verwaltungseinheit, die rechtsfähig sein kann und dann immer eine sogenannte vollrechtsfähige Personenvereinigung ist. Es besteht Zwangsmitgliedschaft bei dieser Personenvereinigung, solange man sich in ihrem Zuständigkeitsbereich befindet.

5. Laut Art. 1 Abs. 3 GG gilt:

Artikel 1
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

6. Laut Art. 9 GG herrscht in der Bundesrepublik Deutschland das Grundrecht der Vereinigungsfreiheit:

Artikel 9
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.

Das Recht auf Vereinigungsfreiheit impliziert auch die negative Vereinigungsfreiheit, d.h. das Recht, nicht Mitglied einer Vereinigung zu sein. Eine durch staatliche Anordnung oder sozialen Druck erzwungene Mitgliedschaft wäre nicht frei. (Konrad Hesse, s.u.)

Das gilt auch für öffentlich-rechtliche Zwangszusammenschlüsse, die ihrer Natur nach das Prinzip der freien sozialen Gruppenbildung verletzen, das sich nicht an Rechtsformen orientiert, sondern an sozialen Bedingungen und Entwicklungen.

Es bleibt die Frage, inwieweit öffentlich-rechtliche Zwangszusammenschlüsse für sachgemäße öffentliche Verwaltung zwingend erforderlich sind. Wenn ein Mensch sich unter Wahrnehmung seiner naturgegebenen Menschenrechte selbst verwaltet, ist seine „sachgemäße“ Verwaltung durch öffentlich-rechtliche Körperschaften nicht mehr zwingend notwendig, sofern er nicht gegen die „verfassungsmäßige Ordnung“ verstößt. (s.u.)

6. Die relevante Definition für die Begriffe Verein, Gesellschaft und Vereinigung findet sich im Vereinsrecht:

§ 2
Begriff des Vereins
(1) Verein im Sinne dieses Gesetzes ist ohne Rücksicht auf die Rechtsform jede Vereinigung, zu der sich eine Mehrheit natürlicher oder juristischer Personen für längere Zeit zu einem gemeinsamen Zweck freiwillig zusammengeschlossen und einer organisierten Willensbildung unterworfen hat.

Dies gilt laut Verfassungsrechtler Konrad Hesse in „Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland“ nicht nur für privat-rechtliche Vereinigungen, sondern auch für öffentlich-rechtliche Zwangszusammenschlüsse, da das Bundesverfassungsgericht in seiner Rechtsprechung die Grenzen des zulässigen Organisationszwangs auch in öffentlich-rechtlichen Fragen in Art. 2 Abs. 1 GG sieht:

Artikel 2
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

7. Daß ich versuche, nicht die Rechte anderer zu verletzen, versteht sich für mich von selbst und das habe ich in meiner Proklamation auch erklärt. Daß ich mich an die guten Sitten zu halten gedenke, ebenso. Die einzige andere Rechtsnorm, die also – laut Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland – mein Recht auf freie Entfaltung meiner Persönlichkeit einschränkt, ist die „verfassungsmäßige Ordnung“.
Betrachten wir (nur!) der argumentativen Einfachheit halber das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland als maßgebliche „Verfassung“:

Ist irgendwo im Grundgesetz festgelegt, daß deutsche Staatsangehörige von Geburt bis zum Tod stets und ständig in ihrer Kapazität als deutsche Staatsangehörige zu handeln haben?

Nein.

Ist irgendwo im Grundgesetz festgelegt, daß alle Einwohner des von der Bundesrepublik Deutschland verwalteten und beherrschten Territoriums Zwangsmitglieder der jeweiligen Gebietskörperschaften sein und ständig in dieser Kapazität handeln müssen?

Nein.

Ist irgendwo im Grundgesetz festgelegt, daß man auf dem (im Grundgesetz nicht mehr definierten) Territorium der Bundesrepublik Deutschland die unveräußerlichen und unverletzlichen Menschenrechte, zu denen man sich als Angehöriger des Deutschen Volks laut Art. 1 GG bekennt, nicht für sich selbst in Anspruch nehmen darf?

Nein.

Gibt es irgendwelche anderen Belege, daß man gegen die verfassungsmäßige Ordnung verstößt, wenn man auf dem von der Bundesrepublik Deutschland verwalteten und beherrschten Territorium einfach nur als auf diesem Territorium eingeborener Mensch im überpositiven Rechtsraum lebt und dabei die Rechte anderer sowie die althergebrachten guten Sitten achtet?

Bitte um entsprechende Hinweise.

Also, liebe Gebietskörperschaftsangestellten:

Meine Persönlichkeit benötigt zu ihrer freien Entfaltung die Möglichkeit, über die rechtlichen Begrenzungen hinauszuwachsen, welche die Zwangsmitgliedschaft in der öffentlich-rechtlichen Körperschaft „Bundesrepublik Deutschland“ mit ihren untergeordneten Körperschaften ihr setzt.

Ich beanspruche daher mein Grundrecht auf freie Entfaltung meiner Persönlichkeit als Mensch im Rahmen der Menschenrechte, der verfassungsmäßigen Ordnung, des Sittengesetzes und unter Achtung der Grundrechte anderer.

Ich danke für die Aufmerksamkeit.

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