Volksrecht – Sieh, das Logische liegt so nah!

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Volksrecht – warum bin ich bisher noch nicht auf diesen Begriff gestoßen?

Volksrecht ist das im Volk selbst entstandene und in dessen Bewußtsein lebende Recht. In diesem Sinne ist jedes positive Recht seinem Ursprung nach V. Denn bei allen Nationen findet in den frühern Zeiten der Kulturentwickelung eine unmittelbare Teilnahme des Volkes an der Bildung und Anwendung des Rechtes statt. Diese Bildung erfolgt in der ersten Periode der Rechtsgeschichte fast ausschließlich im Wege des Gewohnheitsrechtes, d. h., ähnlich wie die Bildung von Sprache und Sitte, durch die lebendige Übung, und das Dasein des Rechts ist hier nichts andres als die Überzeugung des Volkes von der Notwendigkeit dieser Übung. …

Erst das sich mehr und mehr entwickelnde Lehnswesen und die sich ändernden ständischen Verhältnisse wirkten der Geltung der Volksrechte entgegen. An Stelle des Prinzips der Personalität des Rechts entwickelte sich mehr und mehr jenes der Territorialität. An die Stelle der Volksrechte tritt in Deutschland zunächst das Gewohnheitsrecht.

Quelle (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 237-238.)

Das ist das ursprüngliche Common Law, direkt hervorgegangen aus dem Naturrecht, einfach durch das Miteinanderleben der Menschen in einem bestimmten Gebiet.

Nachtrag 03.08.2012: Und dann gibt es da noch das Landrecht als Gegensatz zum Seerecht. Das Landrecht, das für die „freie Frau an Land“ gelten könnte, wenn es denn noch bekannt und anerkannt wäre.

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