Von Bäckern und Kommunalkrediten

Standard

Der Bäcker als Kreditschuldner des Kunden …
Wir erinnern uns, Kredite funktionieren so, als wenn ich zum Bäcker gehe, ein Brot kaufe und dann vom Bäcker verlange, mir den Preis plus Zinsen zurückzuzahlen, weil das der Kredit sei, den ich ihm gegeben habe.

Der Unterschied zwischen Bäcker und Otto-Normalkreditnehmer ist allerdings ein schwerwiegender. Ersterer weiß nämlich im Gegensatz zu Letzterem ganz genau, daß ein vollständiger Wertaustausch stattgefunden hat, wenn der Kunde die Ware bekommt und den Preis in Geld bezahlt, und daß die Transaktion damit abgeschlossen ist und der Saldo genau Null beträgt. Otto-Normalkreditnehmer weiß das nicht. Er denkt, er hat mit „Brotüberreichung“, also seiner Unterschriftleistung, einen Kredit beim Kunden beantragt , den er diesem mit Zins und Zinseszins zurückzahlen muß, oder er ist der Böse.

Otto Normalkreditnehmer findet es normal, betrogen zu werden. Es „weiß doch jeder“, daß die Bank nicht etwa ein Wertpapier von ihm kauft, wenn er den „Kreditantrag“ unterschreibt, und der „Kreditbetrag“ der Kaufpreis ist, sondern daß die Bank ihm etwas von „ihrem“ Geld borgt, weil sie so nett ist und nur ein bißchen Zinsen für diese Nettigkeit haben möchte … Der ganze Staat baut doch darauf auf, nicht wahr? Wie also könnte es sich um groß angelegten Betrug handeln? Es gibt Gesetze, die den Banken bestätigen, daß man ihre „Kredite zurückzahlen“ muß. Es gibt Richter, die der Bank vollstreckbare Titel ausfertigen, wenn man nicht zahlen kann. Und es gibt Gerichtsvollzieher, Polizei und Insolvenzverwalter, die einem alles nehmen, was man hat, wenn man der Bank den Kredit nicht „zurückzahlen“ kann. Also muß es doch stimmen, daß man der Bank Geld schuldet, wenn man von ihr „einen Kredit gewährt“ und das Geld „ausgezahlt“ bekommen hat? Denn wenn nicht, dann wäre ja der Staat nichts anderes als ein die Menschen enteignender Vollstreckungsapparat für betrügende Banken … Das kann ja nicht sein.

Und weil Otto Normalkreditnehmer das denkt und auch denken soll, denken auch die Kommunalvertreter so, wenn sie für ihre Kommune einen „Kredit aufnehmen“. Sie wissen genauso wenig, was sie da tun, wie er. Und genau wie er sollen sie das auch nicht wissen, und deswegen sagt es ihnen keiner, der es ihnen sagen könnte. Und die es ihnen sagen, denen glauben sie nicht, weil ein so monströses Betrugssystem ja gar nicht sein kann, weil es nicht sein darf. Sowas macht man einfach nicht, denkt sich der anständige Kommunalvertreter, und deswegen wird es auch bestimmt keiner machen, schon gar nicht die „Obrigkeit“.

Der Kommunalkredit
Wenn bevollmächtigte Vertreter der Kommune bei einer Bank, meistens einer öffentlich-rechtlichen Sparkasse, einen Kreditantrag für ihre Kommune unterschreiben, so erschaffen sie damit für diese Bank ein Papier von erheblichem Wert, nämlich eine Sicherheit für andere Wertpapiere, die von der Bank danach lukrativ an Anleger verkauft werden und die anderswo vorhandene Euros in die Kassen der Bank spülen – einen Kommunalkredit.

Die für dieses Wertpapier vereinbarte Kaufsumme, den „Kreditbetrag“, erschaffen die Kommunalvertreter durch ihre Unterschriften gleichzeitig mit. Denn nicht nur schaffen sie mit ihren Unterschriften das Wertpapier für die Bank, sondern auch das Geld, mit dem die Bank es bezahlen kann. Denn dieses Geld existierte vorher nicht. Genau wie die Kommunalvertreter kommen die Bankenvertreter mit leeren Händen an den Verhandlungstisch. Erst die Unterschriften der Kommunalvertreter ermöglichen es der Bank, ein neues Konto für die Kommune einzurichten und die vereinbarte Zahl dort hineinzuschreiben. Das ist die einzige echte Gegenleistung, die die Bank für die Kommune erbracht hat. Nur sie kann mit Hilfe der Zentralbank auf Grund der Unterschrift der „Kreditkunden“ neues Geld in die Welt setzen. Eine gewisse Servicegebühr dafür wäre sicher gerechtfertigt, aber nicht, was tatsächlich folgt:

Die gesamte Summe, welche die Kommunalvertreter mit ihren Unterschriften erzeugt und als Gegenwert ihrer Unterschriften zu Gunsten der Kommune ausgezahlt bekommen haben, müssen sie jetzt über die kommenden Jahre von den kreditbürgenden Bürgern eintreiben – plus Zins und Zinseszins! Entweder über kommunale Eigenbetriebe, wo das Geld von kommunalen Angestellten erarbeitet und von den Bürgern bezahlt wird, oder über Steuern und andere Abgaben und Forderungen, die die Kommune direkt und indirekt von ihren Bürgern erhebt. Wer nicht zahlen kann, gegen den wird vollstreckt. „Öffentlich-rechtliche“ Forderungen haben stets Vorrang gegenüber privaten Forderungen gegen einen Schuldner. Wer von den Bürgern nicht zahlen kann, verliert sein Vermögen und ist für den Restbetrag Schuldsklave seiner „Gläubiger“, indem er diesen Restbetrag abarbeiten muß. Die Kommune dient damit als Vermögensstaubsauger zu Gunsten der Banken – und das nur für deren winzige Dienstleistung, die Unterschriften der Kommunalvertreter und das damit von den Kommunalvertretern geschaffene „Schuldgeld“ in Euros verwandelt zu haben.

Aber die fast gegenleistungslose „Kreditsumme“ in Euro plus Zins und Zinseszins ist noch nicht alles, was die Bank von diesem Deal hat.

Die Kommunalobligationen
Die Bank hat mit den Kommunalkrediten ein Wertpapier, dessen Inhaber nun offiziell, wenn auch auf Grund von Betrug, Anspruch hat auf die verpfändete Arbeitskraft und das Vermögen der Bürger einer Kommune. Diesen vermeintlichen Anspruch verkauft die Bank gegen Euros, indem sie auf Grund der Kommunalkredite sogenannte „Kommunalobligationen“ herausgibt und an Kunden verkauft, die ihr Geld gegen Festzins und „sicher anlegen“ wollen. Die Bank bekommt also zusätzliche Euros für das Wertpapier, das die Kommunalvertreter für sie geschaffen haben. Offiziell heißt es, diese Kommunalobligationen dienten der „Refinanzierung“ von vergebenen Kommunalkrediten, so, als habe die Bank den Kommunen tatsächlich die Kreditsumme geliehen und müsse diesen „Vermögensverlust“ nun durch das mit den Kommunalobligationen verdiente Geld „ausgleichen“.

Aber auch das ist noch nicht alles, was die Bank durch die Unterschriften der Kommunalvertreter einnimmt.

Weitere Kreditgeschäfte
Für jeden Euro, den die Bank auf dem Wege von „Kreditrückzahlungen“ einnimmt, kann sie hundert Euro an weiteren „Krediten vergeben“, die dann wieder in echten Euros bzw. als – per Zwangsvollstreckung in Euro umgewandeltes – Sachvermögen an sie zurückfließen. Bei einer Kreditsumme von, sagen wir, 6,5 Millionen Euro für Fernwärme-Infrastruktur, sind das über die Jahre potentielle weitere Einnahmen in Höhe von 650 Millionen Euro für die Bank. Zins und Zinseszins sind hier noch nicht eingerechnet und machen leicht noch einmal diese Summe und mehr aus!

Notleidende Banken
Sie fragen sich jetzt, wie es sein kann, daß die ohnehin schon an die Banken verpfändeten Bürger diese Banken nun noch zusätzlich „retten“ müssen, weil sie „notleidend“ geworden sind, obwohl sie doch so einen sagenhaften Reibach mit systematischem Kreditbetrug machen?

Nun, auf jedem Euro „Kreditsicherheit“, sprich verpfändetes Bürgereigentum und verpfändete Bürgerarbeitskraft, bauen so viele zusätzliche „strukturierte“ Zahlungsversprechen der Bank auf, daß ein Wertverlust oder gar Wertausfall bei diesen zugrundeliegenden Kreditsicherheiten das ganze Kartenhaus der Bankbilanz ins Wanken bringen kann. Es stehen viel, viel, viel, viel, viel … mehr und größere Zahlen in den Bilanzen der Banken, als es tatsächlich Bürger mit Arbeitskraft und Vermögen gibt, die das abdecken könnten. Schon kleine Veränderungen an den tatsächlich vorhandenen Realwerten (z.B. eine realistische Neubewertung dieser Werte) kann die riesigen, darauf basierenden „strukturierten“ Luftschlösser von einer Sekunde zur nächsten verdampfen lassen.

Das ganze Bankensystem ist ein einziger großer und immer weiter anschwellender Strom von überwiegend ungedeckten Schulden, die von immer neuen ungedeckten Schulden abgelöst werden. In einem irrwitzig komplizierten System des permanenten gegenseitigen „Verleihens“ und Hinundherschiebens von Werten, die nur als Zahlen in Büchern und Konten stehen und nicht einmal den Wert von Nichts haben, halten die Banken sich gegenseitig „zahlungsfähig“. Zahlungsfähig ist, wer alte Schulden mit neuen Schulden begleichen kann, wobei die Zinslast steigt und steigt, egal wie niedrig die Zentralbank den Basiszinssatz hält. Die ganze Erde mit allem darauf und darin ist nicht genug „Vermögen“, um diese Schulden mit realen Werten zu decken.

Normalerweise schieben sich die Banken untereinander immer neue Luftkredite zu, mit denen sie alle zahlungsfähig bleiben. Das ist aber nicht mehr so, seit jede Bank weiß, daß die anderen Banken genau wie sie selbst jederzeit pleite gehen können, weil die in den Büchern behaupteten Realwerte gar keine Werte (mehr) sind, sondern ausgedachte Zahlen, die mit dem Verkaufswert der jeweiligen Vermögenswerte (z.B. kostbare griechische, portugiesische und spanische Staatsanleihen – oder Kommunalobligationen für Kommunen mit lauter insolventen Habenichtsbürgern …) absolut nichts (mehr) zu tun haben. Also mißtraut eine Bank der anderen und vergibt keine Luftkredite mehr an die anderen, weil sie sich im Zweifel keine echten Werte davon erhoffen kann. Dann muß die „notleidende“ Bank, die dringend ihre alten Kredite mit neuen ablösen muß, ihre vom Finanzmarkt verschmähten Vermögenswerte zur Zentralbank bringen, die dafür als neuen Kredit frische Euros regnen läßt. Dann sitzt die Zentralbank auf den wertlosen Luftkrediten wie auf einem immer größer werdenden Windei … Loch an Loch, und hält doch. Aber es gibt Naturgesetze, denen sich auch die Finanzwelt nicht entziehen kann, so gerne sie auch möchte. Alle komplexen Systeme gehen notwendig an ihrer Instabilität zugrunde, ob es Staaten oder Finanzsysteme oder ganze Kulturen sind.

Welchen Sinn es dann macht, daß die Bürger über ihre Regierung noch mehr Milliarden und Billionen Euro zu erarbeiten versprechen, um den unrettbar notleidenden, obwohl in großem Stil betrügenden Banken neue Schulden und ein bißchen länger „Zahlungsfähigkeit“ zu ermöglichen?

Keinen natürlich.

Und welchen Sinn macht es, seinen Kommunalvertretern diese Zusammenhänge verständlich machen zu wollen?

Auch keinen. Leider.

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Anmerkung: Falls in meiner Darstellung gravierende Irrtümer enthalten sein sollten, bitte ich um Hinweise. Ich lerne mit jedem Tag dazu.

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  1. Gute Darstellung des Sachverhaltes,für mich zumindest und warscheinliche auch für jeden anderen der sich mit dem Thema Geldschöpfung schon auseinandergesetzt hat.
    „Und welchen Sinn macht es, seinen Kommunalvertretern diese Zusammenhänge verständlich machen zu wollen? Auch keinen. Leider.“
    Einen Bewohner des Bundesgebietes solche sachverhalte zu erklären ist schon ganz schon schwierig,jemanden aus der „Führungsebene“ so etwas zu erklären,verstehen nicht mal einfache zusammen hänge man redet sprichwörtlich mit Wänden kann ich so aus eigener Erfahrung wieder geben, eigentlich unmöglich.

  2. Aber worin würde denn der Wert dieses „Wertpapiers“ namens Kreditantrag bestehen, wenn es keine Rückzahlungsverpflichtung gäbe? Wenn die Kommunalvertreter sagen würden, wir haben jetzt diesen Kreditantrag unterschrieben, du, die Bank, hast uns diesen mit neu erzeugtem Geld abgekauft und nun sind wir quitt. Also welche Sicherheit hätte dann dieses Stück Papier denn noch, denn Rückzahlungen oder Zinsen sind ja dann nicht mehr zu erwarten? Der Handel ist doch abgeschlossen.

    „Gewährt“ eine Bank einen Kredit, legt sie doch zwei Konten an, ein Schuldenkonto (negativer Saldo) und ein Konto, wo genau dieser Schuldbetrag als Guthaben (positiver Saldo) eingetragen wird. Die Kommune gibt nun beispielsweise dieses (Guthaben)Geld für eine neue Fernwärmeleitung aus, bezahlt über die dann eingenommenen Gebühren aus der Fernwärme den Kredit peu á peu zurück und wäre der Zins nicht, dann wäre das Schuldenkonto irgendwann auf null und das erzeugte Geld würde wieder verschwinden (Eingezogen durch ZB). Geld entsteht in der heutigen Zeit durch Kredit und „stirbt“ durch Rückzahlung desselben.

    Ohne Rückzahlung (ohne Leistung) würde doch das Ganze nicht funktionieren, denn dann würden immer mehr Menschen einen Kreditantrag unterschreiben und Geld (Anspruch auf Leistung) bekommen, aber was sollten sie dann noch kaufen oder machen lassen, wenn die anderen auch nicht mehr arbeiten und nur noch Kreditanträge unterschreiben? Denn dann wären ja die Leute in Deutschland des Jahres 1923 die reichsten und wohlhabensten Menschen aller Zeiten gewesen, waren doch alle (nominell) Milliadäre. Man kann sich nicht reich drucken, man muss schon tatsächliche Leistung erbringen. Aber für die Geldschöpfung müssten wir nicht den Weg über die Banken gehen, da sind wir uns, glaube ich, einig.

  3. „Aber worin würde denn der Wert dieses “Wertpapiers” namens Kreditantrag bestehen, wenn es keine Rückzahlungsverpflichtung gäbe? Wenn die Kommunalvertreter sagen würden, wir haben jetzt diesen Kreditantrag unterschrieben, du, die Bank, hast uns diesen mit neu erzeugtem Geld abgekauft und nun sind wir quitt. Also welche Sicherheit hätte dann dieses Stück Papier denn noch, denn Rückzahlungen oder Zinsen sind ja dann nicht mehr zu erwarten? Der Handel ist doch abgeschlossen.“

    Dieses ungesicherte Zahlungsversprechen der Kommune ist dann ein reiner Buchwert mit ebensoviel oder ebenso wenig Bargeldwert wie all die anderen behaupteten Zahlungsversprechen und Wetten im Finanzmarkt-Kasino. Die Bank trägt es als Vermögensbestandteil in ihre Bilanz ein und als Gegenbuchung nach wie vor die Forderung gegen die Kommune. Alles nur Papier mit Zahlen drauf, reiner Zettelkrieg. Da ohnehin alte Schulden mit neuen Schulden beglichen werden, unterschreibt die Kommune am Zahlungstermin des Wertpapiers ein neues Wertpapier, und weiter dreht sich das Karussell.

    „“Gewährt” eine Bank einen Kredit, legt sie doch zwei Konten an, ein Schuldenkonto (negativer Saldo) und ein Konto, wo genau dieser Schuldbetrag als Guthaben (positiver Saldo) eingetragen wird. Die Kommune gibt nun beispielsweise dieses (Guthaben) Geld für eine neue Fernwärmeleitung aus, …“

    … und fertig. Das vereinbarte Guthaben in Euro ist weg. Die reale Schuld der Bank der Kommune gegenüber, weil die eine reale Leistung für die Bank erbracht hat, ist damit beglichen. Reale Unterschrift gegen reale Euros. Die fiktive Schuld der Kommune gegenüber der Bank ist weiterhin als unterschriebenes, unbesichertes Wertpapier in der Welt und kann als ebenso fiktiver, unbesicherter Vermögensbestandteil gegengebucht werden. Wo ist das Problem?

    „… bezahlt über die dann eingenommenen Gebühren aus der Fernwärme den Kredit peu á peu zurück und wäre der Zins nicht, dann wäre das Schuldenkonto irgendwann auf null und das erzeugte Geld würde wieder verschwinden (Eingezogen durch ZB).“

    Nein, damit ist die Bank ja wieder in der Schuld der Kommune! Sie bekommt dann reale Euros (als Buchgeld mit Bargeldwert) ohne Gegenleistung! Der Negativsaldo der Bank gegenüber der Kommune wächst um jeden „zurückgezahlten“ Euro.

    Die Zentralbank ist für Geld zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen zuständig, für die man den Kaufpreis schuldet. Nicht für alle Zahlen in den Büchern der Banken. Daß sie auch das nicht im Griff hat, also mehr Buchgeld mit Bargeldwert von ihr geschaffen wird, ohne daß reales, physisch in Papier oder Metall vorhandenes Bargeld im selben Maße produziert werden kann, ist ein zusätzliches Problem, aber praktisch begründet.

    Reines Buchgeld, also Wertpapiere und Papierforderungen aller Art, mit denen man reale Waren und Dienstleistungen nicht bezahlen kann, ist ein Luftballon, der bis gegen unendlich aufgeblasen werden kann. Mit dem hat die Zentralbank nur insofern zu tun, als sie solche Papiere ohne Bezahlfunktion in Papiere mit Bezahlfunktion umwandeln kann und dies verantwortungsvoll tun soll. Überflüssiges Papier mit Bezahlfunktion läßt sie über die Banken wieder einsammeln. Auch daran sieht man, daß der Bargeldkreislauf mit dem Buchgeldkreislauf wirklich nichts zu tun hat. Cash ist kein Vermögenswert, der am Finanzmarkt gehandelt wird, auch für die Banken nicht, und mit übertragbaren Forderungen vom Finanzmarkt kann man keine Waren bezahlen.
    Buchgeld entsteht durch den beliebigen Eintrag von Zahlen ins Buchungssystem, Bargeld gibt die Zentralbank heraus. Buchgeld reduziert man durch Ausbuchen (Bilanzverkürzung), Bargeld zieht die ZB wieder ein.

    „Geld entsteht in der heutigen Zeit durch Kredit und “stirbt” durch Rückzahlung desselben.“

    Ja, aber anders als du beschrieben hast. Oder ich habe irgendwas Fundamentales verpaßt.

    „Ohne Rückzahlung (ohne Leistung) würde doch das Ganze nicht funktionieren, denn dann würden immer mehr Menschen einen Kreditantrag unterschreiben und Geld (Anspruch auf Leistung) bekommen, aber was sollten sie dann noch kaufen oder machen lassen, wenn die anderen auch nicht mehr arbeiten und nur noch Kreditanträge unterschreiben?“

    Wer sagt denn, daß niemand mehr arbeiten würde, nur weil bei der Geldumwandlung Buchgeld-Bargeld nicht mehr betrogen wird? Es kann keine Rückzahlung an die Bank geben, weil die Bank ja gar nichts verliehen hat! Sie hat beim Umwandeln von Buchgeld (Zahlungsversprechen mit Unterschrift) in Bargeld (gesetzliches Zahlungsmittel) geholfen, mehr nicht. Eine minimale Dienstleistung im Auftrag des Staates. Der Staat hat nämlich das Geldmonopol, wenn er es nicht den Banken überläßt. Seine Aufgabe dabei ist, genauso viel Geld in Umlauf zu bringen, wie nötig ist, um durch den Fluß dieses Geldes die zuverlässige Versorgung der Menschen mit Waren und Dienstleistungen zu gewährleisten. Das ist sein eigentlicher Job. Die Banken dürfen ihm dabei helfen und dafür eine Service-Gebühr verlangen, denn sie haben ja Betriebskosten zu decken. Dabei haben sie sich an die Anweisungen des Staates zu halten, wie viel Geld in Umlauf gebraucht wird. Wird kein weiteres Geld im Wirtschaftskreislauf gebraucht, gibt es keine weitere Geldschöpfung mehr. Die Bank darf nicht, also ist eine Weile Schluß mit Geld gegen Unterschrift, bis wieder Geld gebraucht wird. Die Waren- und Geldmengen müssen im Gleichgewicht sein. Zu viel Geld –> der Preis der Waren steigt, zuviel Waren –> der Preis der Waren sinkt.

    „Denn dann wären ja die Leute in Deutschland des Jahres 1923 die reichsten und wohlhabensten Menschen aller Zeiten gewesen, waren doch alle (nominell) Milliadäre. Man kann sich nicht reich drucken, man muss schon tatsächliche Leistung erbringen.“

    1923 gab es in Folge des Versailler Vertrages mehr Geldforderungen seitens der Siegermächte als Waren. Um diese Geldforderungen zu befriedigen, wurde massenhaft Geld gedruckt. Das schlug sich zwangsläufig in massiver Teuerung der wenigen verfügbaren Waren nieder. Siehe oben.

  4. Hallo free woman!

    1. Zum Geld:
    Das Zinssystem ist der Herr der Ringe
    …sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden …

    „Fließendes Geld“ von Herrn Gaartz und
    „Die natürliche Wirtschaftsordnung“ von Silvio Gesell lesen,
    das sind die beiden Bücher, die in die finanzielle Freiheit führen.
    Ich selber habe kein Bankkonto und keine Schulden.

    2. Personenstandsänderung:
    Wie hast Du das mit dem „Vorläufigen Paß“ gemacht?
    Ich find das klasse.
    Will das jetzt ebenfalls durchziehen. Würdest Du mir bitte sagen, was Du alles wohin geschrieben hast?
    Ich bin sicher, daß die Personenstandsänderung auf der subtilen Ebene sehr viel ausmacht. Es ist die Wahrheit der eigenen Seele, die ins Dasein will, und in der Natürlichen Person auch da ist. Eine Juristische Person hat kein Dasein, eine Natürliche Person schon.
    Deshalb sind mir die Unannehmlichkeiten auch egal, weil es um mein Dasein geht.

    Jollean

  5. „Wie hast Du das mit dem “Vorläufigen Paß” gemacht?“

    Ich bin mit Geburtsurkunde und biometrischem Paßfoto hingegangen, habe meinen Perso als verloren gemeldet -was der Wahrheit entspricht-, und habe den vorläufigen Paß beantragt, weil ich möglicherweise kurzfristig ins Ausland reisen müsse. War kein Problem. Auch, daß ich keinen „richtigen“ Paß beantragt habe, war keins. In anderen Einwohnermeldestellen ist das anders, habe ich gehört. Da heißt es, vorläufiger Reisepaß nur bei gleichzeitiger Beantragung eines „richtigen“ Passes, oder/und nur gegen Nachweis der unmittelbar bevorstehenden Reise.

    Was genau das bringt, weiß ich noch nicht. Auch die Staatsangehörigkeitsurkunde – keine Ahnung, ob die wirklich etwas ändert. Schaden kann sie erstmal nicht, denke ich. Aus Freeman-Sicht ist jeder Antrag bei einer Behörde eigentlich ein No, no. Aber wir sind nicht im Common-Law-Rechtskreis, sondern im römischen. Da sollte man alle Varianten testen, inwieweit sie eine Handhabe gegen den absolutistischen Zwingherrn Staat bieten.

  6. Danke Dir für die ausführliche Antwort.
    Also in Deinem „Vorläufigen Paß“ steht Dein Name klein geschrieben?
    Auch in der Staatsangehörigkeitsurkunde?
    Vorname „Free“
    Familienname „Woman“
    ????? Wirklich??????

    Das wär ja klasse!
    Dann hättest Du es ja geschafft.

    Ich habe meinen Perso auch schon lange nicht mehr (liegt zerschnippelt im Waldboden),
    allerdings habe ich schon immer einen Reisepaß gehabt, und der Name darin ist halt großgeschrieben.
    Wie kriege ich das jetzt weg?
    Klar, jeder Antrag bei einer Behörde ist deren Daseinsbestätigung und Unterwerfungsritual, aber sie haben uns eben keine andere Überlebensmöglichkeit gelassen. Also Staatsangehörigkeitsurkunde sollte dann auch kleingeschrieben sein.
    Wo hast Du die Personenstandserklärung überall hingeschickt?

    Für eine Antwort wäre ich echt dankbar.

    Jollean

  7. Natürlich nicht. Da steht alles in Großbuchstaben, bürgerlicher „Name“, ganz normal. Das ist lediglich eine Alternative zum Mitgliedsausweis der Bundesrepublik, sprich Personalausweis. Es ist ein von den BRD-Behörden anerkanntes Identitätsdokument, das von der Verwaltung des Heimatortes ausgestellt wird. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das ein Dokument, was dem früheren Heimatschein noch am nächsten kommt. Es ist aber für die staatliche Person, kein Zweifel.

    Auf der Staatsangehörigkeitsurkunde ist der Name klein geschrieben. Und ich habe KEINE Personenstandserklärung abgegeben. Bitte die Suchfunktion für dieses Blog benutzen.

  8. Habe die Suchfunktion benutzt und Deinen Text dazu gelesen.
    Ja, ganz genau, stimme Dir voll und ganz zu!
    Hast Du klasse geschrieben!

    Diese Personenstandssache ist Römisches Gesetz, das immer noch gilt,
    das alle diese verschiedenen politischen Systeme überdauert hat und die Basis aller Gesetze der westlichen Welt ist.

    Die Freien Menschen hatten dort die kleingeschriebenen Namen,
    nur die Namen der Sklaven wurden GROßGESCHRIEBEN.
    Deshalb das ganze Trara mit dieser Erklärung.
    Auf welchem Schein das draufsteht ist ganz egal.

    Ich will auch gar keinen Staat, der gehört ganz weg.

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