Satyagraha für Deutschland

Standard

Satyagraha ist nicht nur der Weg, den Gandhi gegangen ist und den er so genannt hat. Es ist auch der Weg, den wir gehen sollten:

– am als wahr und echt Erkannten festhalten und auf seine Kraft vertrauen,
– aufrecht, ohne Konfliktteilnahme und ohne Widerstand alles ertragen, was einem auf dem Weg der Wahrheit an Widerstand begegnet,
– bei absoluter Gewaltlosigkeit (z.B. keine Beleidigungen, keine üble Nachrede, kein körperlicher Widerstand) die Teilnahme an Unrecht und entsprechende Kooperation verweigern
– keinerlei Geheimniskrämerei, dabei offen Geplantes gegen jeden Widerstand durchführen, soweit es gewaltlos möglich ist
– Widersacher freundlich und respektvoll behandeln, da man nicht die Übeltäter bekämpft, sondern das Übel

Wahrheit ist das, was ist. Unwahrheit ist das, was nicht ist. Etwas, das nicht vorhanden ist, kann nicht den Sieg davontragen über etwas, das vorhanden ist. Das Nichtexistente verliert jeden Kampf gegen das Existente.

Satyagraha ist das Gegenteil des praktizierten „Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn“-Prinzips. Die Norweger haben nach dem Utøya-Massaker den Satyagraha praktiziert, indem sie mit nobler Hochherzigkeit reagierten und sich weigerten, dem vom Attentäter vorgegebenen Weg der Gewalt zu folgen und Rachsucht zu hegen.

Der Appell an Herz und Gewissen der Widersacher ist erfolgversprechender als Gewalt und Drohungen. Böses mit Gutem vergelten, bis der Gegner des Bösen überdrüssig ist, weil er es vor sich selbst nicht länger rechtfertigen kann. Im Angesicht des Guten und Wahren wird das Schlechte und Erlogene  offensichtlich und kann nicht bestehen, weil jeder, der es unterstützt, sich ins Unrecht setzt.

Jeder edle Zweck wird vom unedlen Mittel herabgewürdigt, ebenso, wie kein edles Mittel einen unedlen Zweck adeln kann. Das ist die Idee – die Überlegenheit der Wahrheit zeigen durch ethisch offensichtlich überlegenes Verhalten. (Da grüßt aus der Ferne wieder olle Nathan mit seiner Ringparabel.) Alles entscheidet sich am Willen des Handelnden. Je extremer die Gewaltanwendung der Widersacher, desto eklatanter ihre offensichtliche moralische Unterlegenheit. Jede unerwiderte Gewaltanwendung ist eine schallende moralische Ohrfeige. Die öffentliche Meinung wird sich immer gegen den einseitig Gewaltanwendenden richten, eben weil jeder Mensch letztendlich ein angeborenes Gefühl für Recht und Anstand mit in dieses Leben bringt, aus dem sich letztendlich das Naturrecht speist:

„Ich wünschte oft, ihr möch­tet zur Gewalt grei­fen wie die eng­li­schen Strei­ker, dann wüß­ten wir sofort, wie wir euch los­wer­den wür­den. Aber ihr wollt ja nicht mal eurem Feind etwas Böses tun. Ihr wollt sie­gen ledig­lich dadurch, daß ihr Lei­den auf euch nehmt, und über­tre­tet nie eure selbst­ge­steck­ten Gren­zen der Höf­lich­keit und Rit­ter­lich­keit. Und eben das ver­dammt uns zu völ­li­ger Hilf­lo­sig­keit.“

Dies geschah, nach­dem Mahatma Gan­dhi die kom­plette Satyagraha-​​Bewegung für den Zeit­raum stoppte, in dem die eng­li­schen Bahn­ar­bei­ter in Süd­afrika par­al­lel in einen Gene­ral­streik getre­ten waren. Gan­dhi wollte die ver­zwei­felte Lage der bri­ti­schen Regie­rung nicht zu sei­nem Vor­teil aus­nüt­zen, obwohl ihm dadurch die Mög­lich­keit gebo­ten wurde, seine poli­ti­schen For­de­run­gen durch­set­zen zu kön­nen. Dies machte einen so gro­ßen Ein­druck auf die bri­ti­sche Öffent­lich­keit und ihre Regie­rung, dass sie aus Dank­bar­keit für Gan­dhis Groß­her­zig­keit sei­nen For­de­run­gen schließ­lich doch nach­ga­ben. Dies war somit auch das Ende von Gan­dhis direk­tem poli­ti­schem Wir­ken in Südafrika.

Eine sol­che Stra­te­gie setzt mehr Mut und Stärke vor­aus, als jeg­li­che bewaff­ne­ten Hand­lun­gen es jemals täten! Man nützt kei­ner­lei Nach­teile sei­nes Geg­ners aus, man ver­sucht sei­nen Fein­den nie­mals zu scha­den und man ist nie auf die Früchte sei­nes Han­delns aus, nur auf die Hand­lung selbst.“

Quelle

Gewalt ist die Waffe des Schwachen, Gewaltlosigkeit die Waffe des Starken, sagte Gandhi. Und der Erfolg gab ihm Recht. Warum also sollte man einen anderen Weg wählen als seinen Satyagraha?

—————–

Einzelne Formulierungen dieses Blogeintrags sind aus der verlinkten Quelle entnommen oder davon inspiriert.

Advertisements

»

  1. „Man bekämpft nicht die Übeltäter, sondern das Übel“

    Das ist key. Denn wir haben es hauptsächlich mit einem künstlichen Strukturzwang zu tun den wir uns selber auferlegen, aber der alle die überleben wollen zu Kriminellen macht.
    Das ist schon ziemlich krank.
    Banken sind nicht böse, zB hätten Banken auch eine Aufgabe innerhalb eines „dienenden“ Geldsystems (falls es außerhalb der Theorie denn auch funktionert).
    Ob das Geldsystem nun von wem auch immer als Instrument für übergeordnete Ziele außer der persönlichen Bereicherung eingesetzt wird wie in den Protokollen der Weisen von Zion beschrieben, und man so einen Schwarzen Peter ausfindig machen kann spielt keine Rolle.
    Denn der Strukturzwang ensteht nur dadurch, dass das Monopoly Spiel Teilnehmer findet.

    Heißt also wir haben die Wahl zwischen freiwilliger Verarmung oder das was wir haben zu verteidigen und damit in den Krieg gegen das System ziehen. Das Resultat wird schlimmer als die erste Option sein.

    Und das ist das tragische daran, alle die Aufwachen werden in Armut und einer Art Eremitendasein gedrängt bei ihrem Versuch den bürgerlichen Tod zu verhindern. Aber genau das passiert, denn sie werden dann vor den Stafdtmauern leben außerhalb der kranken Gesellschaft.
    ———————————

    Das System fängt an seine eigene Aufklärungsmaschine über sich selber in Gang zu setzen -> Thrive, Zeitgeist, Infokrieger, Großteil der Argumente der Reichsbewegung.
    Ob die Infos die über die alternativen Medien verstreut werden nun der Wahrheit entsprechen spielt keine Rollen, denn sie dienen ausschliessliche dem Ziel zu polarisieren und Wutbürger zu züchten.
    Also genau das Gegenteil von dem was Heilung verspricht, genau dem gegenteiligen Weg den Gandhi gegangen ist.
    Ja Frühwald, Alex Jones, und wie sie alle heissen, sie wollen uns so richtig wütend machen.
    Auch das DPHW dient zur Spaltung um Konfrontationen zu schaffen.

    Wir dürfen diesen Weg nicht einschlagen. Aber werden ihn automatisch gehen wenn wir versuchen werden das zu verteidigen, was uns das System nehmen will.

  2. Kann schon sein. Aber wenn du alles, was du verteidigen möchtest, rechtlich von dir selbst trennst, kannst du es effektiver verteidigen. Warum? Weil, wenn dir gehört, was du verteidigst, dann kämpfst du gegen den Verlust. Wenn du gegen den Verlust kämpfst, führst du ihn schneller herbei. Hände, die halten, verlieren. (L. Welskopf-Henrich)
    Wenn dir nicht gehört, was du verteidigst, kämpfst du nicht gegen den Verlust – weil der gar nicht stattfinden kann, wenn dir nichts gehört. 🙂
    Wenn du verteidigst, was dir nicht gehört, kämpfst du für etwas. Und nur das führt zum angestrebten Ziel.

    Kannst du dieser Logik folgen? Das ist universelles Gesetz. Man verstärkt, worauf man seine Energie richtet, egal ob mit positiver oder negativer Zielstellung.

  3. Nein. Der Effekt ist aber ähnlich, und ich profitiere dabei von den Segnungen der EU-Gesetze. Noch möchte ich nicht öffentlich darüber reden. Aber wie heißt es doch so schön: Nutze die Energie deines Gegners für deine eigenen Ziele. ^^

  4. Das ergibt für mich durchaus Sinn. Denn Satyagraha ist das Gegenteil von Feigheit, es ist die ultimative Tapferkeit. Wenn nur die Wahl zwischen Feigheit und Gewalt möglich ist, dann ist die Gewalt dem Ziel, tapfer zu sein, natürlich näher als es Feigheit je sein könnte. Oder?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s