Hic sunt idiotes oder Die natürliche Person aus Sicht der BRD

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Die natürliche Person existiert in den körperschaftsinternen Dienstanweisungen, Vorschriften, Verordnungen und Gesetzen für BRD-Exekutivamöben ausschließlich als Synonym für “1 Humankapitaleinheit”.

Das muß man sich immer wieder vor Augen halten, um deren eingeschränkte Verständnismöglichkeiten für unseren Standpunkt nachvollziehen zu können. Und ihre überwiegend unerschütterliche Selbstgerechtigkeit gehört auch mit auf die Rechnung.

Der BRD-Bürokratenideologie-Schuhkarton ist ihre ganze Welt. Außerhalb dessen gilt nicht einmal das „hic sunt leones“ mittelalterlicher Weltdarstellungen, denn es werden schlicht keine unbekannten Territorien außerhalb der BRD-ideologischen Schuhschachtel für möglich gehalten. Fehlt manchmal nur noch, daß sie sich die Ohren zuhalten, wenn man was „auf Reichsbürgerisch“ sagt. Das ist eine verfemte Sprache. Verboten und verachtet. Hic sunt idiotes (nicht idiotae!), und sie ahnen nicht, wie exakt diese Bezeichnung in ihrer ursprünglichen Bedeutung zutrifft.

Es gibt auch einige, die geistig in der Lage wären, mit unbekannten Territorien außerhalb des BRD-ideologischen Denkuniversums klarzukommen. Aber auch für sie hat das Selbstschutzinteresse an einem „sicheren“ Einkommen als „Staatsangestellte“ Vorrang – was verständlich, aber für meine Begriffe ethisch ziemlich fragwürdig ist.

Die körperschaftsinterne Justiz dagegen kennt sehr wohl das Konzept der verschiedenen Rechtspersonen, die ein Mensch verkörpern kann. Sie könnten im Palandt-Kommentar zu BGB §1 auch lesen, daß die „allgemeine Rechtsfähigkeit des Menschen“ dem Staat vorgegeben ist, und öffentlich-rechtlichen Körperschaften damit erst recht. Aber Juristen sind als Steigbügelhalter der Macht nun einmal Opportunisten bis ins Mark. Mit irgendwas müssen ja auch sie ihr Geld verdienen, nicht wahr? Also berücksichtigen sie die Logik der verschiedenen Rechtspersonen, wenn es ihnen gefällt, und negieren sie, wenn nicht. Und der Palandt-Kommentar zum BGB ist auch nur relevant, wenn opportun. Man deutet ihn, wie es paßt. Was soll schließlich die allgemeine Rechtsfähigkeit aus BGB §1 mit der natürlichen Person zu tun haben?

(Übrigens: Ich habe auch schon einige wenige Juristen mit Gewissen kennengelernt. Dieses Gewissen stößt nur meist an seine Grenzen, wenn sie konsequent danach – und somit meist zu ihrem beruflichen Nachteil – handeln müßten. Generell verbietet ihr Standesdünkel den meisten Juristen, die rechtlichen Argumente eines Laien auch nur eine Sekunde ernst zu nehmen. Laienprosa ist zum darüber Lachen gut, und sonst zu gar nichts.)

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