Ich hab die Paragrafenzerlegerei satt

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Immer, wenn ich derzeit irgendwelchen Interpretationen von bundesdeutschen Gesetzestexten folgen will, wehrt sich mein Hirn – oder wer auch sonst in meinem System -, sich noch weiter damit zu befassen.

Ich halte es zunehmend für unwahrscheinlich, daß die Leute, die sich hierzulande die Gesetzestexte tatsächlich ausdenken, von einer Treuhänderschaft des Menschen für beliebige juristische Personen und allumfassendem Handelsrecht in D irgendwas wissen. Das wären so komplizierte Zusammenhänge, daß die Staatsministerien voll sein müßten mit soziopathischen Intelligenzbestien. Sind sie aber meines Wissens nicht, genauso wenig wie Regierungen, Parlamente und Verwaltungen.

Man kann auch nichts anfangen mit diesem Wissen, wenn es denn zutreffend wäre. Es bringt nichts gegen die undurchdringliche Wand von ahnungslosen, aber pflichteifrigen Behördenamöben, die gar nichts anderes wissen wollen als was „von oben“ kommt. Und es stößt auf bestenfalls amüsiert kopfschüttelnde Ablehnung bei den Mitmenschen, auf deren Hilfe und Wohlwollen man vor Ort angewiesen ist.

Unter dem Strich zählt die ungeschriebene Welt mit ihren nicht in Gesetze zu fassenden Spielregeln. Es zählt im realen Leben praktisches Wissen und Können, das mit Lesen und Schreiben nur indirekt zu tun hat. Es zählt das Miteinander gegen welchen Feind und seine wie perfiden Unterdrückungsmethoden auch immer. Die Welt des geschriebenen Wortes ist irreal und unbedeutend. Sie zu verstehen, nutzt nur, wenn man sie ausnutzen kann. Sich gegen sie aufzulehnen ist vergebliche Liebesmüh.

Die geschriebene Rechtswelt hat ein periodisch wiederkehrendes Verfallsdatum. Die ungeschriebene Rechtswelt vergeht erst mit den letzten Menschen. Wozu sich mit ersterer abgeben, wenn doch das Leben in letzterer stattfindet?

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  1. Klar, die Hoffnung stirbt zuletzt, und die Naturgesetze lassen sich nicht außer Kraft setzen. Eines der wichtigsten Gesetze lautet: Was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. ^^

  2. Du hast es jetzt sehr viel vorsichtiger formuliert, aber eben genau das meinte ich mit meiner Parabel zum Konzentrationslager. Was nützt es einem Lagerinsassen, die Lagerordnung penibelst zu studieren, wenn sich die (Lager)-ordnungsgebende Gewalt eh nicht dran hält?
    In einer Zwangs-Anstalt zählt nur das praktische Leben, die faktisch gelebte Realität, nur das, was nicht geschrieben steht. Wer hier einfordert was geschrieben steht, fliegt aus der Schule, fliegt aus der Lehre, fliegt aus der Arbeitsstelle, fliegt aus dem „Gerichtssaal“, fliegt aus dem „Finanzamt“, fliegt aus dem „Jobcenter“.
    Ich kenne jemanden, dem seine zukünftigen Rentenansprüche gepfändet wurden!!! Dies nach dem (illegalen) Einzug des Autos, nach dem (illegalen) Entzug der Fahrerlaubnis und nun ist man bemüht ihn illegal unter „staatliche“ Betreuung zu stellen.
    Und glaub mir bitte, dieser mensch kennt die Lagerordnung in und auswendig………..

    Ich habe hohen Respekt vor deiner Arbeit. Es hat sehr wohl einen Sinn, was du tust. Du interessierst und informierst andere Menschen für/über die Probleme die anstehen.
    Dafür, für deine unermüdliche Energie möchte ich dir hier mal ausdrücklich danken.

    Ich mit meiner Lagerordnungs-Einstellung schäme mich ein wenig, denn es ist eine eher destruktive Einstellung. Sie ist zwar sehr viel Wirklichkeits-näher als die Deinige, kann aber auf schwache, mutlose menschen eher destruktiv wirken.
    Es hat m.M. nach aber auf einem Schiff, welches dank eines verwirrten Kapitäns/Mannschaft unbeirrt auf ein Riff zusteuert wenig Sinn mit den übrigen Passagieren gemeinsam das Seerecht zu studieren.

  3. „Es hat m.M. nach aber auf einem Schiff, welches dank eines verwirrten Kapitäns/Mannschaft unbeirrt auf ein Riff zusteuert wenig Sinn mit den übrigen Passagieren gemeinsam das Seerecht zu studieren.“

    Schönes Gleichnis. Man hätte mindestens drei Optionen: Mit untergehen, meutern und das Ruder noch rumzureißen versuchen, oder sich auf die eigene Lebensrettung nach dem Aufprall vorzubereiten. Da Meuterei dank kapitänsgläubiger Mannschaft aussichtslos ist, bleibt nur die systematische Vorbereitung aufs Überleben oder der gemeinsame Untergang.

  4. Wobei man dir für diesen Blog wirklich schon Respekt zollen muss! Die Analysen, die bis heute gemacht wurden, sind sehr interessant zu lesen und haben mich auch immer angeregt weiter zu machen! Aber unter dem Strich begegnet einem wirklich eine gigantische Wand, die immer größer zu werden scheint!

  5. Wenn nicht heute anfangen, wann denn dann?

    Kanzlerlüge Maut, Kanzlerlüge Sparer..

    Es wird ernst: 10% vom Eingemachten…Seite 49 des aktuellen Staatsschuldenberichts des Internationalen Währungsfonds (IWF). Und wird in genau 29 Zeilen ausgeführt, für deutsche Sparer ist das Dynamit, um rund sechs Milliarden Euro zu konfissieren.

  6. Ach, scheiss auf die 10% und die Maut.
    Das ist weiterhin alles nur niedliches Geplänkel, gemessen an dem was unausweichlich wohl später wird kommen müssen…

    Was mir persönlich am meisten Unwohlsein bereitet, ist die kommende Anschaffung und Kriminalisierung des Bargeldes!
    Dann ist nämlich entgültig Feierabend für die Lebenskünstler und Freigeister.

    Das Ganze wird sich nur mit Gewalt ändern (lassen) und wie schon an anderer Stelle geschrieben, ist der Schmerz noch laaaaange nicht gross genug dafür!

  7. Heimliches Kapern des Rettungsbootes und Absetzen in der Nacht, wenn Mannschaft und Kapitän sturzbetrunken vom Endsieg träumen …??

  8. 😉 Ich musste auch über das Gleichniss lachen, sehr gut aufn Punkt gebracht.

    Der gemeinsame Untergang ist ja keine Option, schon gar nicht für Menschen die um ihre Freiheit wissen.
    Die eigene Lebensrettung sollte man in jedem Fall im Auge bahlten, vor allem solange die Menschheit noch so sinn- und planlos ihre programmierten Gefühle auslebt und deshalb in allerletzter Instanz alles andere als vertrauenswürdig sind!

    Leider hast du bzgl der Meuterei recht. Ich habe mich als kleiner Junge immer bei Filmen wo man in die Schlacht aufs Feld gezogen ist, wie bescheuert sind die denn, vor allem die in der ersten Reihe. Sobald der erste Schuss gefallen ist, würde ich mich an die Brust fassen, schreien, fallen lassen und warten, bis alles vorbei ist 😉

    Inzwischen verstehe ich es natürlich und bewundere Menschen, die wg ihrer Überzeugung und Freiheit den Kampf und Widerstand zumindest nicht gescheut haben, was für elde Helden!
    Und was würde ich geben, um für meine Freiehit zu kämpfen und auch mein Leben zu lassen.
    Aber ich glaube halt, dass es dazu kein unpassenderes Land auf dieser Erde gibt 😉

    Wahrscheinlich läuft es so wie bei Matrix etc: Wir müssen im Untergrund die Kunde der Freiheit bewahren und verbreiten, bis die Zeit und der Auserwählte gekommen sind, um den Kampf anzuführen 😉

    Ohne Gewalt wird sich dieses (Geld)System niemals verabschieden, denn es ist wie der (Ego) Tod (es gibt keinen Tod!!!!!!!!!!!!!) und diese letzte Angst unseres Verstandes ist halt die grösset und diese loszulassen bedeutet quasi irrtümlich ALLES was man glaubt denkt, fühlt, weiss etc für immer loszulassen.
    Klaus hat es neulich irgendwo erwähnt, es geht tatsächlich aufgrund der dualistischen Prägung und Konditionierung unseres Hirns, als auch der dementsprechenden Spiegelung im Aussen im Sinne der „einen“ Realität auf die sich die Massenschnittmenge geeinigt hat, um den Kampf zwischen Gut und Böse, Hell und Dunkel etc, aber auf religös- spiritueller Basis, also wie in dem Star Wars Lehrfilm, die helle gegen die dunkle Seite der Macht. Die dunkle Seite ist die Angst (Lüge) und die helle ist das Vertrauen (Wahrheit).

    In sofern hast Du recht mit dem vorranigen Ziel des Überlebens.
    Ich grübel ja auch die ganze Zeit und frage ja überall explizit nach Erfolgen, die aber eigentlich niemand vorweisen kann.
    Deshalb glaube ich, das Schlauste ist Netzwerke aufzubauen, diese untereinander zu vernetzen, um sich gegeseitig zu helfen, um zumindest so weit es geht, ein Leben mit gewisser Freiheit abseits des geistesgestörten „normalen“ zu führen.

    Ausserdem ist es immer töricht und kontraproduktiv gegen etwas zu denken oder zu kämpfen. Es ist wie es ist und da sollten wir das Beste draus machen. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass „wir“ über einen hohes Maß an (Schwarm) Intelligenz verfügen, ganz im Gegensatz zu unseren und allen Politikhuren, die wir nur mal nutzen müssten, um die vielen kleinen Lücken in der Matrix zu unserem Vorteil zu nutzen.
    Denn in naher Zukunft wird eh jegliche Form von System Kritik als krimineller Akt geahndet werden.

    Es wäre eigentlich ein Leichtes das System schon morgen aus den Fugen zu heben, aber dazu ist der Prozess glaube ich noch nicht weit genug fortgeschritten und wodurch u.a. zuviel nennen wir es mal Uneinigkeit herrscht. Das wird wohl alles noch wachsen müssen und ich kann nur hoffen, dass es noch mehr Menschen gibt, die sich vorher ausgiebig Gedanken machen, warum sie Kinder in die Welt setzen wollen und dass es dabei ganz und gar nicht darum geht, dass sie es besser haben als wir und diesen Prozess weiter am Leben halten, zumindest solange bis die Zeit reif ist.

    Hmmm, ich muss jetzt erstmal mit Waldine raus 😉

    Habt alle eine schönes Woche und liebe Grüsse

  9. Sinnbildlich. Entscheidend ist wohl das mentale Vorbereitet- (und Nüchtern!!!)sein, um vor lauter Schock und Fassungslosigkeit nicht den richtigen Moment zum Abspringen zu verpassen. Oder so. 😉

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