Kairos statt Kronos

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Danke an r.u. sirius für den wertvollen Hinweis auf dieses Blog:

Ich hoffe, jeder hat nun erkannt dass die Nummer in der wir alle unterwegs sind, erst zu Ende sein würde, wenn alles in sich zusammenfällt und man von vorne beginnt – zumindest nach den jahrtausende alten mehrheitlichen Denkmustern, um dann wieder den selben Unfug von vorne beginnen zu können.

Das jetzige beschleunigt sich dadurch, dass die Nehmerqualität zunimmt, also die Summe aller ins Trockene gebrachten Schäfchen rasch und rascher ansteigt. „Es fällt ja auch gar nicht auf, wenn ich dass mal für mich mache.“

Bloß mit dem Unterschied, dass man gelernt hat nicht mehr ehrlich zu kommunizieren und gute Miene zum bösen Spiel zeigt. „Der Stärkere gewinnt ja.“

Der dazu notwendig Impulse kommt aus der Prämisse seine Lebensgrundlagen gewährleisten zu wollen, die sich im Aufrechterhalten von bestehenden und erreichten Besitztümern manifestiert. Dem entgegen wirkt der exponentiell verlaufende Zinseszins im Geldsystem und die zunehmende Komplexität. Die Spannung wird für die Systemteilnehmer langsam unerträglich. … Hinzukommt das Problem, dass das Wissen zur vermeintlichen Lösungserreichung zunehmend unwirksam wird. Und – in unserem System gibt es keine Gewinner. Es ist ein Nullsummenspiel.

… An dieser Stelle wird ersichtlich, dass das System zu von Menschen gemachter Absurdität eskaliert ist. Und ein Tipp: Es macht wenig Sinn sich mit den Informationen zu beschäftigen, wenn man das System aus denen die Informationen entstehen nicht begriffen ist oder lediglich durch plastische Polarisierung und Oberflächlichkeiten beschrieben wird – u. a. durch Schuldzuweisung.

Würden Sie einen Computer kaufen, der davon lebt immer schwerfälliger werden zu wollen und die „eigentliche Aufgabe“ zur Nebensachen degradiert und Sie nur noch mit den Pflege beschäftigt wären? Wohl kaum.

Zunehmende Komplexität ist die Kerneigenschaft der von uns geschaffenen Systeme. Wir leben (noch) im mechanistischen Zeitalter und finden für jedes Problem eine Lösung. Nur die „eigentlichen“ Ursachen, die können wir aus Mangel am Verständnis über Zusammenhänge und Wechselwirkungen nicht mehr erkennen. Denn die Schuldzuweisung trifft ja nur wieder andere, die wiederum mit dem Finger auf andere zeigen. Das betrifft im Übrigen 99% der Menschen weltweit. … Vom Bewusstsein her haben wir uns die letzten 2.500 nicht weiterentwickelt und durch die ständige Ursache, der Verantwortungs- und Problemverschiebung selbst an den zivilisatorischen Abgrund verfrachtet. SELBST ist hier der treffende Begriff. Es gibt keine Anderen, nur uns.

… Hingegen mehrheitlicher Vorstellung, man müsse nur kräftig genug sich ins Zeug legen, um etwas zu erreichen (bei einem System, welches von der Verschiebung der Verantwortung lebt, verpufft die Energie wirkungslos, außer dass ein Haufen Leute vor die Hunde gehen), ist eine Eigenschaft des Neuen Denkens zum einen die Gelassenheit … und das Erkennen des rechten Momentes, um das Richtige zu tun. Denn das alte Denken arbeitet nach dem Prinzip „Vom mehr des Selben“, was stets in Eskalation, Überfrachtung und Verfall endet. Man nennt dies auch „das Prinzip des Kronos“. Des rechten Momentes gelassen harrend hingegen nennt man „das Prinzip des Kairos“. Ersteres schafft unnötige Komplexität, verbunden mit dem fehlenden Vermögen, das entstehende Feedback, also die Auswirkungen nachher überhaupt handeln zu können.“

An dieser Stelle ergänze ich: Letzteres vermeidet unnötige Komplexität und bereitet das Umfeld, in dem Informationen ungehindert zu jedem Zeitpunkt in der jeweils nötigen Geschwindigkeit fließen können, um das Gesamtsystem stabil zu halten.

Ich bin begeistert.

„Denn aus der gesellschaftlichen Denke sind Strukturen entstanden, die sich nicht so einfach wieder für den Menschen umkrempeln lassen – zumindest nicht mit dem mehrheitlich vorhandenen Denken. Denn hieraus sind ja die Probleme (zunehmende Komplexität, Insuffizienz, menschliche Entfremdung, Selbstausbeutung und damit verbunden, zunehmende Einschränkung bei der Gewährleistung der Lebensgrundlagen) erst entstanden. Es ist in der Tat nur dadurch nicht genug da, [weil] Ressourcen, Energie, Geldmittel und Lebenskraft mehr und mehr zur Erhaltung der gesellschaftlichen Strukturen verwendet werden, statt für die eigentliche Aufgabe: Gewährleistung der Lebensgrundlagen der Menschen.

„Macht ist Herrschaft über Strukturen, [auf die] Menschen [angewiesen] sind.“

Nun wird auch verständlich, warum Stress- und Burnout so zugenommen haben? Die Aufrechterhaltung zerrt zunehmend an der Lebensenergie – und die Mehrheit ist außerstande das [anders] zu lösen, als mit den klassischen Mitteln der Auslese, also Problem- und Verantwortungsverschiebung, Schuldzuweisung und Stigmatisierung.“

Alexander Berg. Ich habe schon Kontakt aufgenommen. 🙂

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  1. Wie will man denn nach dem garantierten Zusammenbruch die Besetzung von Schlüsselpositionen verhindern?

    TV, Radio und Militär?

    Liebe Grüße in die Runde, Monika

  2. Es gibt nach diesem System keine Schlüsselpositionen mehr. Jeder ist Schlüsselposition. Das ist genau die Antwort auf das von mir thematisierte Machtwaagenspiel der Geldverleiher. Wenn keiner mehr mehr Macht als andere hat, weil das System eben auf horizontaler Verantwortungsvernetzung einschließlich Redundanz basiert und nicht auf vertikaler Verantwortungsabgabe und damit einhergehender Entscheidungs- und Informationsflußverengung, dann gibt es auch kein Machtungleichgewicht.

    Wie gesagt, ich bin begeistert. 🙂

  3. 😉 Hab ich mir doch gedacht dass es eine grosser Schnittmenge mit deiner Sichtweise gibt.

    Was mir gestern wieder eingefallen ist, dass dieses Konzept natürlich die Zukunft sein wird, dieses Grossstadt Konzept ist schon lange zum Tode verurteilt.
    Das was in der Vergangenheit fehlte, liefert und heutzutage die Technologie mit dem Netz.
    Ich verstehe es schon seit 10 Jahren nicht mehr, dass Millionen Menschen weltweit jeden Tag in irgendwelche Büros strömen, um dort irgendwas zu machen, was man auch von zu Hause machen kann. Dies ist mit heutigen Bewusstsein bzw der Nötigung durch das Geld noch nicht möglich, aber es wird kommen.
    Macht auch ökologisch irgendwie mehr Sinn, nur als Beispiel, sich gar nicht erst einen scheiss „umweltschonenden“ Wagen mit grüner Plakete kaufen zu müssen, um damit jeden Tag 2h seines Lebens mit zur Arbeit fahren zu verschwenden, als einfach gar nicht erst losfahren zu müssen 😉

    Versuche hier auch im Dorf sowas wie zumindest ein virtuelles Dorfhaus ins Leben zu rufen, wo man sich absprechen kann, schwarzes Brett, tauschen von angebauten gemüse und Obst etc pp
    Die meisten Leute treffe ich beim einkaufen im 10km entfernten Städtchen, wo alle, jeden Tag (gerne auch mehrmals, denn wir hams ja) hineiern, was für ein Schwachsinn und Geldverschwendung….
    Oder wenn mal wieder jemand nach Lüneburg zum Baumarkt oder so fährt, denn ich fahr jetzt wegen Pillepallekrams für 23,87€ nicht extra 50km durch die Gegend.

    Deshalb sag ich ja, es ist Zeit sich in der old school analogen Welt zusammen zu tun und ganzheitliche Lebenskonzepte umzusetzen, also so moderen Kommunen, nicht so nen Hippie Scheiss wo sich alle nur ganz doll lieb haben, aber nur auf der Stelle tanzen.

    Könnt schon wieder nen Buch zu meinen Gedanken schreiben, aber ich glaube ich geh lieber mit Waldine raus 😉

    Ich wünsch euch ein duftes Wochenende!

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