Lektionen aus dem echten Leben 2

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Vermutlich sind die Menschen überall so. Die Mehrheit jedenfalls. Vermutlich bin ich geistig und charakterlich generell ein Alien, wie ich es eigentlich von Kindheit an war (aber ich dachte immer, das habe andere Gründe gehabt). Wie meine Tochter es ist, der ich die Klarheit und Ehrlichkeit im Umgang mit sich selbst und der Welt weitergeben konnte und die schon jetzt auf Altersgenossen wie Ältere mit ungläubigem Staunen schaut. Dass man sich so kindisch und unreif verhalten kann. Und auf die Altersgenossen und Ältere ihrerseits mit ungläubigem Staunen schauen, wie man so selbstdispipliniert und willensstark sein kann, so reif und selbständig. In dem Alter schon.

Ich habe es nur früher nicht so gemerkt, weil ich nirgends sozial eingebunden war, jedenfalls nicht dauerhaft. Wenn es nicht mehr funzte, ließ ich es eben hinter mir. Das konnte und kann ich noch immer sehr gut. Es gibt eine Phase der Entscheidungsfindung, die wehtut, ein scharfer Schnitt, und dann: vorbei, verweht, nie wieder. Vorwärts geht’s, den Blick zum Horizont. Es kommt immer was Neues, das Leben geht weiter. Aus den Augen, aus dem Sinn. Leben ohne Rücksicht, wenn man es genau nimmt. Jetzt muss ich Rücksicht nehmen, denn ich geh diesmal nicht wieder weg. Der Horizont ist hier. Dies ist der Mittelpunkt meines Wesens. Hier mache ich am meisten Sinn. Hier zu leben wie bisher führt zur Einsamkeit, weil man sich früher oder später mit allen verkracht. Weil man so hart zu anderen ist wie zu sich selbst. Das ertragen sie nicht. Ehrlichkeit verstehen sie hier nicht. Ehrlichkeit ist immer Angriff auf all die uneingestandenen Lebenslügen, aus denen sie hier gemeinschaftlich ihre kleine Welt bauen und in denen sie sich gegenseitig bestärken, um sich Wohlwollen zu erkaufen. Ein ehrlicher Mensch ist hier immer ein Gefährder. Dazu braucht es gar keine staatsrechtlichen Grundsatzfragen, da reicht das ganz alltägliche nachbarschaftliche und lokalpolitische Miteinander. Eine Stadt voller unglücklicher Leute, die ihr Leben nur mit Lügen ertragen können und Wahrheit füreinander geflissentlich ignorieren, wenn es ihnen nutzt. Unabgesprochen, in stillem Einverständnis, in vorauseilendem Gehorsam zwecks persönlicher Interessensicherung. Hochinteressante Szenen lassen sich da beobachten. Der Jeht-ma-nüscht-an-Antrieb („somebody else’s  problem drive“) eines Douglas Adams muss in einer solchen Kleinstadt erfunden worden sein. Entweder der oder sonst Baron von Münchhausen mit Gehässigkeitssoße. Wahrheit ist die einzige, die fehlt …

Hier kann man wohl nur tun, was ich schon vor zwanzig Jahren instinktiv hier tun wollte: Die andere Party sein, die coolere, die spannendere, die ehrlichere. Die Sitten ändern, indem man anders ist und bleibt und für jene wenigen, die hier damit etwas anfangen können, ein Andockpunkt wird. Damit sie einen Grund haben, hierzubleiben und mitzuändern, was sie unerträglich finden. Cluster bilden. Das Gute und Schöne pflegen, Ehrlichkeit belohnen, Verlogenheit ahnden. Der rechtlich-politische Aspekt versinkt fast in Bedeutungslosigkeit angesichts der Aufgabe, generell aufrichtigen Umgang miteinander und mit der Welt zu lehren.

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Lektionen aus dem echten Leben 1

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Es hat sich als unvorteilhaft erwiesen, mit „normalen“ Leuten aus dem näheren kleinstädtischen Umfeld per Facebook zu kommunizieren. Es hat sich überhaupt als immer wieder erschreckend herausgestellt, sich näher auf sie einzulassen. Die herrschende Art und Weise, mit Wahrheiten, ja, mit banaler Alltagsrealität umzugehen, ist höchst befremdlich. Die persönliche Wahrnehmung ist hier meist nichts als ein Instrument, um sich die Welt so zurechtzubiegen, dass sie einen am wenigsten mit eigenen Schwächen, Fehlleistungen und Unzulänglichkeiten konfrontiert. Eine Riesenherde schizophrener Projektionsprofis. Wie geht man als skrupellos reflektierender und sich systematisch weiterentwickelnder Mensch mit so einem Umfeld um, das alles verdrängt, verleugnet und verleumdet, sobald es am schönstmöglichen Schein kratzt? Redet man ihnen wohlfeil nach dem Munde, damit sie nicht bösartig werden? Behandelt man sie wie Irre, die man nicht reizen darf, indem man ihre Traumwelt in Frage stellt? Ist das überall so? Sind die Menschen überall irre? Oder ist irre, wer ihr Spiel nicht mitspielt, sondern auf seiner eigenen Wahrnehmung besteht und danach handelt?

Nägel mit Köpfen – Das Blog wird geschlossen

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Es sind noch einen Tag lang Kommentare auf diesen heutigen Eintrag möglich, dann ist hier Ruhe. Die theoretische Seite ist für mich abgehandelt und hat sich als kein Weg zum Ziel herausgestellt. Ich war bis eben ganze 72 Stunden weg und stelle bei meiner Rückkehr fest, ich habe absolut keine Lust mehr, Zeit aufs öffentlich Nachdenken und Kommentare Bearbeiten zu verwenden.

Meinen Dank allen Lesern und Kommentatoren, die mich hier besucht und begleitet haben. Ich habe viel gelernt in den fast genau zwei Jahren, auch von euch.
Aber jetzt ist Schluß. Zeit, die analoge Welt zu gestalten.

Und diesmal ist es eine globale Zivilisation

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„Once the majority of the world’s drylands were covered with forests. But now they are degraded. … We need to consider why it is that the ruins of once great civilisations are found in drylands and realise that unless we learn the lessons of history we are destined to repeat them.“

Übersetzung:
Die meisten der heutigen Trockengebiete der Erde waren früher Wald, der jetzt zerstört ist. … Wir müssen uns fragen, warum die Ruinen einst großer Zivilisationen in Trockengebieten zu finden sind, und verstehen, was die Geschichte uns mitzuteilen hat, oder es ist unser Schicksal, die Lektion noch einmal zu wiederholen.

What if we change #13

Auferstanden aus Ruinen

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Auferstanden aus Ruinen
Und der Zukunft zugewandt,
Laß uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen,
Und wir zwingen sie vereint,
Denn es muß uns doch gelingen,
Daß die Sonne schön wie nie
Über Deutschland scheint.

Glück und Frieden sei beschieden
Deutschland, unserm Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
Reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen,
Schlagen wir des Volkes Feind!
Laßt das Licht des Friedens scheinen,
Daß nie eine Mutter mehr
Ihren Sohn beweint.

Laßt uns pflügen, laßt uns bauen,
Lernt und schafft wie nie zuvor,
Und der eignen Kraft vertrauend,
Steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben
Unsres Volks in dir vereint,
Wirst du Deutschlands neues Leben,
Und die Sonne schön wie nie
Über Deutschland scheint.

Johannes R. Becher, 1949

Im selben Boot?

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Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel anders setzen. Dieser Spruch von Aristoteles ist wohl überliefert.

Das ist ein guter Spruch. Stellt sich nur die Frage, in welchem Schiff man sitzt und ob man drinnen sitzen bleiben muß? Und ob man gezwungen werden kann, drinnen sitzen zu bleiben?

Jeder Mensch ist ein Schiff. Vom Einzelnen über Gemeinschaften aller Größen bis hin zur gesamten Menschheit. Aus dem Menschheitsschiff kommen wir nicht raus, nur über den Tod. Das Schiff, in dem wir unbedingt drinnen bleiben müssen, ist Lies den Rest dieses Beitrags