Haager Landkriegsordnung in D nach 1945

Standard

Noch mal aus einem frühen Artikel von mir (März 2012):

„It has been judicially held in the case of  Grahame vs. Director of Prosection (C.C.Cr.App., 1947, Vol. 3, p.168) that his power to legislate over the areas under his control is not limited by previously accepted international law as laid down in section 43  of the regulation respecting the Laws and Customs of War on Land annexed to the Hague Convention, 1907, and that these rules have no application to the present occupation of Germany .“
[Es ist bereits im Fall Grahame vs. Director of Prosecution (…) richterlich festgestellt worden, daß seine (des Britischen Militärkommandanten, d.Ü.) gesetzgeberische Vollmacht über die ihm unterstellten Gebiete nicht von früher anerkannten völkerrechtlichen Einschränkungen wie z.B. Abschnitt 43 der Haager Landkriegsordnung von 1907 beschnitten wird, sondern daß diese Vorschriften auf die gegenwärtige Besatzung Deutschlands nicht anwendbar sind.]

Quelle

Wer immer sich also auf die Haager Landkriegsordnung beruft, um damit zu belegen, was die Alliierten in D machen dürfen oder nicht – das gilt nicht. Die Alliierten waren 1945 so berauscht von ihren eigenen Lügen, daß sie sie wohl selbst geglaubt haben. Eine der Lügen war, daß die Deutschen quasi kriegslüstern und verbrecherisch geboren werden und daß ein solches Verbrechervolk, das einen solchen abscheulich aggressiven Angriffskrieg beginnt, kein Recht hat, Völkerrecht für sich zu beanspruchen. Außerdem gingen sie davon aus, daß der deutsche Staat vernichtet war. Wenn ein Staat vernichtet war, fiel nach damaliger Auffassung der Völkerrechtssubjektstatus und damit jeder völkerrechtliche Schutz weg:

„Die bis zum Ende des 2. Weltkrieges vorherrschende Theorie besagte, daß die debellatio insofern von kriegerischer Besatzung zu unterscheiden sei, als sie mit dem Übergang der Souveränität auf die Besatzungsmacht einhergeht.** Nach dieser Theorie unterliegt die Situation der debellatio nicht den Beschränkungen des Besatzungsrechts, so daß die “besetzende” Macht absolut willkürlich mit der Bevölkerung des besetzten Territoriums verfahren kann. Dahingehend äußert sich auch Schwarzenberger, wenn er meint, daß, wenn die erloschene Entität weder den Regeln des Landkrieges noch irgendwelchem internationalen Gewohnheitsrecht unterliegt, ein Staat das Recht hat, den durch debellatio ausgelöschten feindlichen Staat unilateral zu annektieren, und daß dies die einzige Ausnahme vom Verbot der kriegerischen Annexion darstellt. Man sollte sich dabei auch ins Gedächtnis rufen, daß im Zusammenhang mit der Besetzung Deutschlands durch die Alliierten nach dem 2. Weltkrieg, in Altstötter and others (Justice Trial), befand der US-Militärgerichtshof in Nürnberg, daß das Besatzungsrecht auf die Besatzung  Deutschlands durch die Alliierten nicht anwendbar sei.“

Quelle (Zitat eigene Übersetzung)

So. Und als sich diese bequeme Meinung angesichts der im Dezember 1948 deklarierten (und gesetzlich beliebig einschränkbaren^^) UN-Menschenrechte nicht mehr halten ließ, wurde eben großzügig die Bundesrepublik Deutschland als Selbstverwaltung des unterworfenen Volkes gegründet – per Gesetz, dessen Grundzüge von den Alliierten vorgegeben war und das von den Alliierten nach schlappen drei Dutzend Korrekturaudienzen genehmigt wurde, bevor am Ende in den Landtagen der von den Alliierten per Proklamation gegründeten Länder darüber abgestimmt werden durfte. Und schnell mußte es am Ende gehen, denn die Russen hatten in Sachen tatsächliche Neugründung eines deutschen Staates als antikapitalistische (Verbot von Konzernen und Monopolen!) demokratische Republik mit echter, von Repräsentanten aller Deutschen befürworteten Verfassung die Nase vorn, da mußte man gegenhalten, bevor Deutschland dem kapitalistischen Lager entging!

Die Alliierten gründeten per Gesetz die neue Verwaltungsorganisation mit hoheitlichen Rechten. So etwas ist laut Definition eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Auch wenn im Gründungsgesetz der Körperschaft behauptet wird, es sei ein Staat. Beim Monopoly-Spiel heißen die Zettel, die als Geld fungieren, auch Geld, obwohl sie natürlich genausowenig Geld sind wie die Bundesrepublik ein Staat ist, solange sie gleichzeitig in allen möglichen Publikationen den Anspruch erhebt, Körperschaft des öffentlichen Rechts („mit Staatsqualität“ ^^) zu sein.

Das mit dem Grundgesetz machten die Alliierten damals aber nicht, weil sie sich plötzlich wieder an die Haager Landkriegsordnung gebunden fühlten, sondern weil sie in der Weltöffentlichkeit dann doch lieber als fröhliche Befreier der Deutschen vom Hitlerfaschismus dastehen wollten, anstatt als gesetzlose Marodeure und Kriegsverbrecher. Und so ist es geblieben.

Man kann auf die Haager Landkriegsordnung pochen, klar. Aber das Recht auf dessen Anwendung müßten die Deutschen wohl erstmal vor einem internationalen Gericht erkämpfen.

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  1. >>“Man kann auf die Haager Landkriegsordnung pochen, klar. Aber das Recht auf dessen Anwendung müßten die Deutschen wohl erstmal vor einem internationalen Gericht erkämpfen.“<<

    Dem dürfte nichts hinzuzufügen sein!

  2. „Und so ist es geblieben“

    Hab „zufällig“ live in die Rede vorgestern reingezappt, als unsere Führerin den Fürsten der Finsterniss begrüsste.
    Ich musste erstmal suchen, da nicht nur ihr Kopf, sondern sie bis auf die Füße in seinem Arsch steckte. So wie sich das alles angehört hat, ist sie da aus eigener Kraft reingekrochen!
    Ich hab es nur 2 Minuten ertragen, bis der Schaum kam und meine Schlagadern hervor quellten….
    Alter Schwede, das hat sich angehört, als hätten wir in Zukunft neben unserer ewigen Schuld zu tragen, jetzt auch noch ewige und grenzenlose Dankbarkeit zu zeigen.
    Da passt das mit der Freihandelszone ja man ganz gut ins Programm, auch wenn es hinter dem Glanz mal wieder etwas anders ausschaut: http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=287642

  3. Wenn wir uns nicht auf die HLKO berufen können, nicht auf die Menschenrechte, weil diese sog. „BRD“ nur juristische Personen“ verwalten darf als Körperschaft oder Verwaltung des Ver. Wirtschaftsgebietes, wir niemals in Gesetzestexten wie dem GG als Staatsbürger, sondern als „Bewohner“ bezeichnet werden, das Besatzungsrecht angeblich abgeschafft wurde, der Bund aber trotzdem „die Besatzungskosten trägt“, lt. GG-Artikel 140?, was können wir gegen die Lügen, Täuschungen u. Verwirrungen dann tun?
    Ich meine, wir können – nein müssen – uns mttels „Perso“-Rückgabe eindeutig von den Täuschern
    (Verschwörer, bestehend aus dt. „Politischer Klasse“ u. Besatzern) distanzieren und endlich damit das einvernehmliche (konkludente) Verhalten mit diesen Sklaventreibern beenden!
    Und immer wieder auf unserer Erkenntnis festhalten, bestehen bleiben, immer allen möglichen Aussagen oder Antworten voranstellen: ich distanziere mich von jeglicher unrechtmäßiger
    Versklavung (Subjugation) durch irgendwelche Täuschungen im Rechtsverkehr und moralischer
    Verurteilung aller Deutschen seit dem 8. Mai 1945! Die Alliierten haben uns damals nur von leib und Leben, Eigentum und Heimat befreit, und dies auch im Befehl: wir sind nicht gekommen, um die Deutschen zu befreien..“ selbst bewiesen.
    Die 1985 durch Präs. v. Weizsäcker verlautete „Befreiung“ am 8. Mai 1945 war wieder eine der großen Lügen deutscher Politiker, die von Medien nachgebetet werden, und die Geschichtswissen
    schaftler wider besseres Wissen verkünden!

  4. Ob wir von der Firma BRD, vom souveränen Deutschland, von den Besatzern, von einer politischen Klasse, von einer Juristischen Person, vom Militär, von den von Miss Murksel „mit exekutiver Gewalt Ausgestatteten“, von den Aliierten, von einem Völkerrechtssubjekt, mit Grundgesetz, ohne Verfassung, mit Handelsrecht, oder von Obamba’s handlern,
    plattgemacht werden,

    – ist völlig egal!

    Wir werden plattgemacht!

    Es ist ganz egal, was Deutschland vom Gesetz her ist. Und spätestens bei einer Richterin, die die Gesetzgrundlagen nicht kennt, kommt man drauf, daß man ihnen nicht auskommt.

    Wenn uns einer umbringt, ist es auch ganz egal, ob er das absichtlich oder unabsichtlich macht.
    Wir sind dann tot.

    Freewoman, Du bist doch schon viel zu frei, um Dich in solch einem bodenlosen (stinkendem) Gesetzeskübel wieder einfangen zu lassen!

  5. „ich distanziere mich von jeglicher unrechtmäßiger Versklavung …“

    😀 Was wäre denn rechtmäßige Versklavung?

    Tschuljung, konnte nicht widerstehen. Zu deiner Frage „Was können wir tun?“: Die ausdrückliche Distanzierung ist auf jeden Fall unabdingbar. In welcher genauen Weise und mit welcher genauen Formulierung, dürfte nicht so wesentlich sein. Es gibt kein Zauberwort, das die Erlösung bringt. Die Erlösung beginnt in unserem eigenen Kopf, mit unserem eigenen Denken, mit unserer eigenen Sicht auf uns selbst. Die Absicht ist das, was zählt. Denn sie definiert die Richtung, in welche du mit deiner Denk- und Tatkraft wirkst. Das ist universelles Gesetz. Was für ein Label draufklebt auf deiner Kraft, ist am Ende irrelevant. Wichtig ist, mit welcher Stärke du sie in welche Richtung lenkst.

    Daß du dem System kundtust, wer du bist und welche Rechte du ab jetzt für dich in Anspruch nimmst, ist unabdingbar. Es gehört zum allgemeinen Rechtsverständnis, die Gegenseite von veränderten „Geschäftsbedingungen“ in Kenntnis zu setzen. Einmal getan und den Erhalt von der Gegenseite quittiert oder sonstwie schriftlich bestätigt bekommen, und der Punkt ist für dich abgehakt. Du kannst die anderen Menschen nicht ändern, du kannst nur dich und dein Tun ändern. Kein Stück Papier kann dir die Ehre geben, die du als freier Mensch beanspruchst. Das kannst nur du selbst tun. Auch im Angesicht der Gewalt, aber vernünftigerweise möglichst, ohne die Gewalt herauszufordern. „Honour is what no man can give you, and none can take away. Honour is a man’s gift to himself.“, sagen die Schotten. Und Fontane sagt entsprechend:

    Es kann die Ehre dieser Welt
    Dir keine Ehre geben,
    Was dich in Wahrheit hebt und hält,
    Muss in dir selber leben.

    Das ist der schwierige Teil: Nach deinem eigenen Anspruch handeln, ohne dich und die Deinen allzu rücksichtslos der gewaltbereiten Gegenseite auszuliefern. Das ist eine Gratwanderung. Immer neu entscheiden, wie weit du den Deinen gegenüber das Recht hast, dich aus dem Fenster zu lehnen. Dafür kannst du niemanden verantwortlich machen, das sind deine Entscheidungen, deren Konsequenzen nicht nur du trägst, sondern alle, die dich brauchen.

    Kurz: Was du tun kannst, ist beispielhaft vernünftig zu leben, wie man deiner Meinung nach unter den gegebenen Umständen leben sollte.

  6. Um zu wissen, was man morgen anders machen kann, muß man zunächst möglichst genau wissen, wie es heute ist. Sonst fällt man wieder und wieder in dieselben Fallen, in denen schon unsere Vorfahren sich wieder und wieder wiederfanden. Denk ich mir so, und will deshalb wissen, warum es ist, wie es jetzt ist.

  7. …morgen…ganz einfach:
    1. Nie wieder einen Staat
    2. Geld muß faulen, gem. Silvio Gesell „Die natürliche Wirtschaftsordnung“
    3. Um den Rest braucht man sich nicht zu kümmern, läuft von selbst

    …jetzt…
    alles schon so vorbereiten, als wäre es MORGEN so weit.

  8. Ja, man kann das aussen nicht hoch extrapolieren ohne dass im Innen auch ein Prozess stattgefunden hat (natürlich funktioniert es umgekehrt), deswegen dauert das ja alles so lange, bzw wird durch dieses Geldsystem auch noch extremst verlangsamt.
    Bis wir/es soweit sind, muss noch soviel passieren. Aber wenn der Mensch irgendwann mal die atomaren Ebenen beherrscht, wird dies alles eh nicht mehr notwenidg sein, sowas wie Staat oder Geld, denn auf einmal treten die wirklich wichtigen Fragen und Antworten in den Vordergrund.

    Bin ich hier der einzige der Star Trek next Generation geguckt hat 😉
    Wenn ihr mich zum Herrscher unseres Sonnensystems wählen würdet, wäre dies absolutes Pflichtfach in der Schule 🙂

    Es ist ja wohl hoffentlich jedem klar, dass wir diesen Planten irgendwann verlassen müssen und das werden wir.

  9. Es verschwinden alle Staaten zusammen, oder keiner.
    Da wird bald richtig aufgeräumt.

  10. Gut, wenn alle Staaten weg sind und nicht nur ein einziger weltweiter übrigbleibt, dann geht das. Sonst nicht. Das liegt an diesem Kräftemechanismus – je größer und schlagkräftiger die Bedrohung der Gemeinschaft von außen, desto größer und schlagkräftiger und damit hierarchischer aufgebaut muß die Gemeinschaft werden, um widerstehen zu können. Geht nicht anders. Reine Physik, sozusagen.

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