Lokales Privatwirtschaftskonzept

Standard

Das Konzept für ein Netzwerk für gegenseitige private Hilfe, das mir konkret vorschwebt, kann nur in halbwegs überschaubaren Gemeinschaften funktionieren, in denen mündliche Informationsverteilung fest etabliert ist – mit allen Vor- und Nachteilen. Es ist eine Grundidee. Falls mir wesentliche Gesichtspunkte entgangen sind, bitte ich um Hinweise.

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Jeder Haushalt gibt seine eigenen durchnummerierten Gutscheine aus, handgeschrieben oder als Computerausdruck. Darauf steht, welches Wissen und Können von den Haushaltsmitgliedern für welche Zeiteinheit angeboten wird, also z.B. 15 Minuten Schlosserarbeiten, Gartenbau, Buchhaltung, Kinderbetreuung, Sicherheitsdienst.  Dann kommt die echte freie Marktwirtschaft mit ihrer unsichtbaren Hand zum Tragen. Wessen Wissen und Können von den anderen sehr begehrt wird und wer erfahrungsgemäß ehrlich, gewissenhaft und verläßlich seine Hilfsversprechen hält, dessen Gutscheine werden gern genommen als Ausgleich für eigene Hilfeleistungen oder im Tausch gegen Sachwerte. Wer den anderen wirklich von Nutzen ist, dessen Gutscheine gelten viel, wer der Gemeinschaft nichts nutzt, dessen Gutscheine gelten wenig.

Diese Art der geldlosen, lokalen Selbstversorgung erfordert eine gemeinschaftlich gewählte lokale Schiedsgerichtsbarkeit (mit einem gemeinschaftlich gewählten Sicherheitsteam zur Durchsetzung der Entscheidungen), die in Streitfällen in genauer Kenntnis der sozialen Zusammenhänge und der Persönlichkeit der Beteiligten zum Wohle der Gemeinschaft entscheidet.

Wer sich nicht ehrlich, gewissenhaft und verlässlich an diesem System beteiligt, sondern die anderen auf die eine oder andere Weise auszunutzen und zu betrügen versucht, der diskreditiert sich im wahrsten Sinne des Wortes, denn das spricht sich sehr schnell herum und seine Gutscheine verlieren rapide an Wert. Das eigene Überleben in der Gemeinschaft hängt direkt von der eigenen Anständigkeit und dem eigenen Wissen und Können ab. Jeder ist gezwungen, zeitlebens darüber nachzudenken, wie er sich seinen Mitmenschen nützlich machen und ihre Achtung erringen kann. Wer krank oder verletzt ist, der kann sich der Unterstützung seiner Mitmenschen sicher sein, weil sie ihn brauchen, und zwar gesund und leistungsfähig. Wer in Produktionsmittel investieren muß, der wird sich ebenfalls der Unterstützung seiner Mitmenschen sicher sein können, denn die Investition wird allen zugutekommen.

Rein private Sachwerttauschgeschäfte werden in einer oder mehreren öffentlichen Tauschbörsen angeboten. Alles ist Verhandlungssache. Zeugen sind ein Muß. Wer lügt und betrügt oder schludert, dessen Angebote werden in Nullkommanichts keine Interessenten mehr finden.

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Auf eure Gedanken dazu bin ich gespannt.

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  1. Zwar schon im alten Jahr-aber, gerne nochmals! Dir und Deinen Lieben Liebe, Licht, Energie und Gesundheit im neuen Jahr!
    Nun meine Meinung zu Deinen Gedanken…Du wirst mich dafür „lieben“-egal.
    Das Thema, Idealismus pur-eigentlich könnt sowas mein Ding sein (weil ich vielseitig, Autodidakt sowie meiner Meinung ehrlich, genügsamst, spartanisch leben kann u.fair bin..).
    Aber dann kommt der Realismus/Pragmatismus-ist es so wirklich überhaupt umsetzbar/dauerhaft machbar???
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    Genau, schon nach den ersten Sätzen unter Deinem ersten Absatz unter dem Strich…(frag ich mich, ist Ihr das neue Jahr nicht bekommen.?.) sag ich nein!!!
    Was Du vergessen hast? Lustig..! Ich sag einfach schon nach dem ersten Absatz unter dem Strich nein, weil es viel zu kompliziert, umständlich, aufgebläht und ungerecht daher kommt…Deine Ideen.
    ***
    Du warst und bist doch auch ein Kind der OstZone…oder? Kannst Du Dich noch vage erinnern, wie gute Nachbarschaft (und weiß Gott…, die gab es da schon noch-allein des Mangels wegen..) dort ablief?!!
    Hat da irgend ne alte dumme Sau irgendwelche „Stoppuhren“, „Wissens-/KönnensListen“, geschweige „ArbeitsverrechnungsZeitkonten“ oder solch schwüle Sch*#ße rausgekramt-nein!!!, erinner Dich, das lief anders, spontaner ab…da hat keiner dauernd auf die Uhr geschaut oder „Verrechnungsausdrucke“ gegengezählt.
    Damit fängt bei all den guten Absichten von vornherein meiner Meinung nach die Katastrophe an-wenn einige „intelligenter“, „besser“ sein wollen, alles „perfekt“ gerechter machen wollen.
    Verkomplizieren, die Kontrolle der Kontrolle damit implizieren…
    ***
    Und auch die Privilegierung/Besserstellung, Bewertung/Abwertung scheint aus den von Dir entwickelten Ideen heraus…sogar so extrem, das mir schlecht wird.
    ***
    „Wer den anderen wirklich von Nutzen ist, dessen Gutscheine gelten viel, wer der Gemeinschaft nichts nutzt, dessen Gutscheine gelten wenig.“
    Sag mal, hast Du Dir mal diesen ekelhaften Satz mit seiner pauschalen Aussage wirklich durch den Kopf gehen lassen??? Dann dazu, konträrer geht’s ja kaum als Gegensatz-humanoider Gutmenschelunsinn:
    „Wer krank oder verletzt ist, der kann sich der Unterstützung seiner Mitmenschen sicher sein, weil sie ihn brauchen, und zwar gesund und leistungsfähig.“
    Ach ne…und wenn Derjenige nun sowieso nicht so’n gefragtes „GutscheinTalent“ vorher war usw., und wer legt solche Wertigkeiten wie fest…ne, ne, Du…sorry…aber mit dem Beitrag, den Ideen so in dieser Form hast Du Dich vergalloppiert.
    Privilegiert für Selbstversorgung/überhaupt einigermaßen autarke Lebensweise sind sowieso in unserer Scheiss-Zivilisationsgesellschaft die, die noch „Eigentum“(hihi-alliiertes Recht in „Deutschland“) haben, meistens ländlich leben.
    Was machen denn die armen Schweine, die in Mietskasernen in den Drecksstädten hocken…mal keine reichen Eltern/Großeltern hatten, oder auch anders nicht an Grundstücke/Eigentum gekommen sind? Aber auch aus dem ScheissZinsesGeldSystem rauswollten?! Die sind eh am Arsch-Pech…
    ***
    Nun mal noch, was ich den UltraKompliziertHammer an Deiner IdeenKüche finde:
    „Diese Art der geldlosen, lokalen Selbstversorgung erfordert eine gemeinschaftlich gewählte lokale Schiedsgerichtsbarkeit (mit einem gemeinschaftlich gewählten Sicherheitsteam zur Durchsetzung der Entscheidungen), die in Streitfällen in genauer Kenntnis der sozialen Zusammenhänge und der Persönlichkeit der Beteiligten zum Wohle der Gemeinschaft entscheidet.“
    Das meinst Du doch nicht wirklich Ernst? So ein MiniMolochSystem (bestimmt auch ohne gesetzlichen Richter>oder noch ne „Verfassung“ für die KleingartenIdealistenkolonie?! Sicherheitsteam wirkliche „Amtspersonen“?!) innerhalb Deiner heren Idee (wie erwähnt, den GrundIdealismus von Dir teile ich unumschränkt!) zu implizieren…dann das, unter der eh schon hinderlichen Käseglocke des ekelhaften ZinsGeldZinsesSystems von DrecksLügenScheissBRiD……..
    ***
    Übrigens ist da auch der generelle Knackpunkt allen autarken Idealismusses, das nicht umhinkommen innerhalb der „Käseglocke“ doch an dem System teilzunehmen, von ihm abhängig zu sein…verdammtes „Buntpapier“ generieren zu müssen, um doch „kaufen“ zu können, was man selbst nicht herstellen kann, aber unbedingt braucht…und wegen dem faktischen Zwang (wer die Gewehre und genug Dumme hat bestimmt) „Steuern“, „Abgaben“ und selbst widerliche Zwangsimpfungen usw.usf. über sich ergehen zu lassen.
    In unserer heutigen „Zivilisationsgesellschaft“ ist Autarkie leider nicht wirklich möglich und somit immer zum Teil Selbstbelug/betrug…um sich vielleicht irgendwie besser, freier zu fühlen.
    Es geht mir nicht um’s Schlechtmachen-aber es ist eben generell keine Lösung für alle!
    Und wie es um unsere „Volksgemeinschaft“ mittlerweile aussieht…also Solidarität, gar Empathie können die meisten schon nicht mal mehr schreiben, geschweige fühlen…
    ***
    Weniger ist manchmal mehr-ohne die ganze Perfektionierungs-und Regelwut stell ich es mir humaner und machbarer vor.
    Was meinst Du?
    Liebe Grüße!

  2. Danke an OstPreussen,

    ich hätte es nicht kürzer schreiben können. Asche auf mein Haupt, ich wollte mir dieses Mal die Zeit ersparen und bin froh, daß Du dich erbarmtest 🙂

    @freewoman
    Bitte fahre nur nach London, wenn Du Sehenswürdigkeiten oder Verwandte besuchen möchtest. London tut Dir nicht gut 🙂 Gehe bitte achtsamer mit Dir um!

  3. Vielen Dank für die klare Ansage. 🙂 Auf so eine Rückmeldung hatte ich gehofft, um das Konzept auf wenigstens theoretische Tauglichkeit zu testen. Ich halte mal gegen.

    1. DDR-Nachbarschaftshilfe
    Auch in der DDR wurde mit staatlichem Geld bezahlt. Auch auf privater Ebene. Es gab genug Geld, aber nicht genug zu kaufen. Heute haben die meisten Leute zu wenig Geld (weil die Körperschaft BRD auf den eigentlichen Wert einer Leistung fast das Sechsfache an Steuern und Abgaben draufschlägt) und es gibt zu viel zu kaufen.

    Der Vergleich funktioniert also nicht, selbst wenn damals vielfach auch geldlos geholfen und Mangelware getauscht wurde. Nachbarschaftshilfe funktioniert nur im Rahmen von wenigen hundert Leuten (Dunbar-Zahl). Schon bei einem 3000-Seelen-Dorf fehlen der Überblick und eine persönliche Beziehung des Einzelnen zu den meisten anderen Einwohnern und damit die Veranlassung, seine begrenzten Kapazitäten ohne Absicherung für solche „unbekannten“ Leute zu verwenden, selbst wenn man sie vom Sehen her kennt. Wenn dagegen jemand, dem man vertraut, den Kontakt herstellt, ist das schlagartig anders. Dann ist das Risiko, womöglich gegenleistungslos ausgenutzt zu werden, durch den vertrauenswürdigen Kontakthersteller abgesichert, dessen Ruf beschädigt wird, wenn durch seine Vermittlung der Hilfe (=Empfehlung des Hilfsbedürftigen) der Helfende unfair behandelt wird.
    Auch zu DDR-Zeiten mußte man jemanden kennen, der jemanden kennt … Und derjenige, der letztlich half mit seinem Wissen, Können und seiner Ausrüstung (z.B. Schlagbohrmaschine zum Dübel in Betonwände setzen), mußte für seinen Hilfsaufwand einen ausreichenden Anlaß haben, denn auch seine Zeit, seine Kraft und das ihm zur Verfügung stehende Material war begrenzt und mußte eingeteilt werden. Anlaß gab in der Regel eine bewährte Beziehung zu demjenigen, der den Kontakt zum Hilfsbedürftigen (Neubaubewohner ohne Schlagbohrmaschine) herstellte. Entweder es gab dann eine Aufwandsentschädigung in Form von Geld vom Hilfsbedürftigen oder aber wenigstens Bewirtung und ausdrückliche Dankbarkeit, die einen späteren ausgleichenden „Gefallen“ offenließ. Das Bedürfnis, beim Helfen letztendlich miteinander „quitt“ zu sein, war auch in der DDR vorhanden.

    2. Stoppuhr und Verrechnungsausdrucke gegenzählen
    Das läuft nicht mit Stoppuhr, sondern pi mal Daumen, mit beiderseitigem Runden zum Vorteil des anderen, weil man die neu entstehende Beziehung nicht durch Kleinlichkeit belasten will. Wer kleinlich ist, wird bald nur noch mit Leuten zu tun haben, die ebenfalls kleinlich sind. Und wer sich gegenseitig kennt und sich vertraut, der hantiert ohnehin nicht mit solchen Gutscheinen. Die sind eben nur sinnvoll, wenn die Gemeinschaft eine bestimmte Größe überschreitet und mehr Nachfrage nach Leistung besteht als die Leistenden Zeit und Kraft haben.

    3. Privilegierung/Besserstellung, Bewertung/Abwertung, = ekelhaft
    Damit hast du ein Problem? Mit Besserstellung durch Anerkennung, die sich direkt aus eigener Leistung ergibt? Dann bist du wohl geistig im Sozialismus hängengeblieben. Soziale Gleichmacherei kann nur in Verelendung und Knechtung aller durch einen die Gleichmacherei forcierenden Machtapparat enden, weil Leistung dem Leistenden keine Vorteile bringt. Ich dachte, das wäre jetzt genügend durchexerziert worden, im Sozialismus wie in der angeblichen sozialen Marktwirtschaft.

    Was ist ekelhaft daran, wenn deine Leistung begehrt ist und deine Gutscheine auf deine (begrenzt zur Verfügung stehende) Leistung daher gern genommen werden? Was ist ekelhaft daran, wenn jemand, dessen Leistung weniger gefragt und damit rein faktisch weniger wert ist (weil Wert immer vom Bewertenden festgelegt wird, nicht vom bewerteten Objekt), dann wird dieser jemand seine Gutscheine weniger gut loswerden.

    Ich glaube, der Fehler liegt darin, staatsmonopolistischen Kapitalismus (vom Erfinder des Faschismus auch Faschismus genannt) mit freier Marktwirtschaft gleichzusetzen. Niemand wird in seiner Menschlichkeit erniedrigt, wenn seine bisherigen Fähigkeiten von anderen nicht gebraucht werden. Was nutzt den Rentierzüchtern im tiefsten Sibirien ein Gemeinschaftsmitglied, das ein fantastischer Perlentaucher ist, aber nichts kann, was für ihre Lebensweise wichtig ist? Das weder mit Rentieren noch mit Hunden noch mit Feuer und Schnee umgehen kann? Jeder kann etwas (lernen), jeder kann sich nützlich machen, wenn er sich daran orientiert, was in seiner Gemeinschaft tatsächlich gebraucht wird („Marktlücke“).

    Das Sich-Nützlich-Machen war in der DDR übrigens ganz groß angesagt. Wer der Gemeinschaft nutzte und anderen mit seinem Tun Vorteile brachte, der war eher angesehen als jemand, der z.B. nie bei einem Subbotnik zu entdecken war. Wieso erscheint dir das jetzt auf einmal so abstoßend?

    3. und wer legt solche Wertigkeiten wie fest …
    Die Gemeinschaft, wie beschrieben. Die Rentierzüchter werden sich wohl kaum ein Bein für jemanden ausreißen, der in ihrer Gemeinschaft lebt und nichts als Perlentauchen kann und ansonsten nur eine Last ist. Wenn er wenigstens tolle Geschichten erzählt, oder für Brennmaterial sorgt oder Kinder hütet oder Töpfe flickt, dann trägt er schon etwas bei zum gemeinsamen Leben in der Gemeinschaft. Der Mensch ist nun mal ein Gemeinschaftswesen. Er überlebt am sichersten in der Gemeinschaft. Es ist eine Frage des natürlichen Gleichgewichts, wenn er dafür sorgt, daß die Gemeinschaft auch etwas davon hat, daß sie für ihn da ist. Findest du das so absurd, ja?

    Wertschätzung muß man sich verdienen. Die kann man nicht einfordern. Wenn man sich dem Wertekatalog seiner Gemeinschaft nicht anpassen kann oder will, dann kann man sich immer noch einer anderen Gemeinschaft anschließen, wo man geschätzt wird, wie man ist.

    4. Was machen denn die armen Schweine, die in Mietskasernen in den Drecksstädten hocken?
    Die bilden da ebensolche Gemeinschaften und helfen einander, z.B. mit Lebensmittelproduktion in der Stadt. Nennt sich „urbane Landwirtschaft“. Gemeinsam arbeiten, gemeinsam ernten. Wenn natürlich alle an ihren Perlentaucherkenntnissen festhalten, die in ihrer Gemeinschaft nicht gebraucht werden (gilt für die meisten Akademiker), und nicht bereit sind, sich Wissen und Kenntnisse anzueignen oder schmutzige Arbeiten zu machen, die sehr wohl gebraucht werden – dann nützen sie einander nicht und sie sind zum Untergang verurteilt.
    Es geht auch nicht um Reichtum und Besitz, es geht um das, was man kann und weiß, und um die eigene Lebenszeit, die man zugunsten anderer aufwendet, damit die dasselbe für einen tun. Reichtum und Besitz nutzen ohnehin nichts, wenn man ihn nicht allein nutzen und erhalten kann. Und Reichtum und Besitz in Händen von Leuten, die nicht den Grips dazu haben, die Bewirtschaftung zu optimieren, die werden ihren Reichtum und Besitz nicht lange behalten. Wie möchtest du das ändern, bitte?
    Ich würde meine Kühe keinem Juristen oder Arzt anvertrauen, wenn ich davon ausgehen muß, daß er keine Ahnung von Rinderhaltung hat. Und eine Anwaltskanzlei oder eine Arztpraxis würde ich nicht unbedingt einem Milchbauern geben. Spezialwissen braucht Spezialeigentum. Die müssen doch nicht allen gehören, damit alle davon profitieren können, oder?

    Alles steht und fällt mit den Werten der Gemeinschaft.

    5. Schiedsgerichtsbarkeit und Sicherheitsteam
    Damit hast du auch ein Problem? Es wird beim Zusammenleben und miteinander tauschen immer Streitigkeiten geben. Man braucht einen anerkannten, aber jederzeit austauschbaren Schlichter. Und man braucht Leute, die die Interessen der Gemeinschaft nach außen und im Zweifel auch gegen einzelne Störenfriede innen verteidigen können. Das ist in beiden Fällen Spezialkönnen, das nicht jeder hat, das aber allen zugute kommt. Dieses Prinzip pervertiert nur, wenn diese wichtigen Posten nicht mehr neu besetzt werden können, wenn die Inhaber das Vertrauen der Gemeinschaft verloren haben. Es liegt an der Gemeinschaft, wie viel Macht sie an wen unter welchen Bedingungen vergibt.

    6. “Buntpapier” generieren zu müssen, um doch “kaufen” zu können, was man selbst nicht herstellen kann, aber unbedingt braucht…
    Sicher bleiben Schnittstellen in die Kommerz-und Steuerwelt vorhanden. Es geht ja auch nicht um ein komplett abgetrenntes Paralleluniversum, sondern um die intensivere Nutzung einer gleichzeitig vorhandenen Handlungsebene – der privaten, nichtkommerziellen, die sich dem Zugriff der BRD-Körperschaft entzieht. Ob man sein Wissen, seine Fähigkeiten, Fertigkeiten und seine Produktionsmittel (das kann ein einfaches Küchenmesser sein, oder schlicht Nadel und Faden) kommerziell oder privat nutzt, steht immer noch jedem von uns frei.

  4. Dunbar-Zahl?

    Hier mein Volksherrschaftsmodell, das eine demokratische Entscheidungsfindung auch für 80 mill Menschen ermöglicht.
    Einer von Hundert.
    Die Menschen treffen sich in Gruppen zu 100 und entscheiden über ihre Probleme und wählen einen aus, der ihre Ansichten vertritt. Dieser trifft sich mit anderen Ausgewählten zu 100 uns so fort. Nach 4 Durchgängen sind 100 mill Menschen an der Entscheidungsfindung betroffen. Man kann auch bei kleinen Entscheidungen auf 10 Menschen herunterskalieren, denn im allgemeinen reicht eine Person aus einer Gruppe von 10 Leuten, der sich mit politischen Dingen beschäftigt aus, so müssen nicht immer alle mitreden, können aber, wenn es das Problem erfordert.
    Machtkonzentration wird erschwert, da die ausgewählten jederzeit ersetzbar sind. Weiterhin werden die getroffenen Entscheidungen, und möge es auch Zeit benötigen, einfach und effektiv sein, da sie die Weisheit der Masse wiederspiegeln. Vorraussetzung ist natürlich ein gebildeter und denkfähiger Bürger.

  5. Das muß „Liebe“ sein…laaach (müde). Herrlich, der brachiale Frontalangriff!
    @Grummel: Vorsicht, bei soviel Zustimmung…Du verscherzt es Dir sonst auch noch mit unserer geschätzten Bloggerin*Grins*!
    Was soll das nun?
    Soviel Aufwand, Gehacke, dabei teilweises Zurückrudern, dann noch Deine unpassenden Vergleiche-na Hauptsache, Du fühlst Dich dabei „rehabilitiert“!
    Zu 1.
    Blablabla…wozu megalanges Geschreibsel, klar ist das miteinander quitt sein immer ein Thema. Andererseits ging es bei der normalen bürgerlichen Durchschnittsgesellschaft aber eben auch oft einfacher und spontaner-wer den anderen dann total übervorteilte, war irgendwann außen vor-normal. „Staatliches“ Geld…ja, davon war genug. Uiiih, und nix zu kaufen so dolle…und die fernen Länder bereisen mit seinem wertvollen Kadaver auch ned, wein!
    1989/1990 ist ja bekannt…die wahren Bürgerrechtler (die wirklich was Neues/Besseres aus beidem wollten), enttäuscht in der Versenkung verschwunden (die anderen Assis/PostenParasiten sehen wir ja heut noch!)-Volk hat sich in Verblendung von DM und kaufen/reisen können betrügen/belügen lassen>>>Hurra!
    Heute: Auch genug Geld da…lach..Fensterläden voll mit unnützem Zeug, aber dat Geld auf nur paar wenige verteilt>>>wein, traurig. Und Du meine Güte…alle paar Tage wird dat „Fressen“ und allet mögliche deurer>>>Hurra!!!
    Zu 2.
    Na geht doch! Freewoman rudert auch mal bissel zurück-zwecks Blogbeispiel mit 15min soundso Arbeiten usw.*Grins* (is Dir bestimmt schwergefallen…).
    Zu 3.
    Damit Dir erstmal einer wegfliegt>Ja, ich bin ein intellektueller im Sozialismus
    hängengebliebener Vollidiot-na?, zufrieden? Achja, Dir kann ich nun mal sowieso nicht das Wasser
    reichen…
    denn ich bemühe erst garnicht solche weltfremden Perlentaucher-Vergleiche a la Rentierzüchter in Sibirien…
    Ich Vollidiot dachte eben dämlichsterweise, wir reden hier über ein hochindustriealisiertes, ziemlich dicht besiedeltes und leider schon total zivilisiertes Scheiss-Rest-„Deutschland“.
    Das heißt, wir bewegen uns hier in vollkommen unterschiedlichen Sphären-und glaub mir, dieses Sibirien und die Rentierzüchter sind/wären mir 100mal lieber, denn die kennen und wissen die wahren, wichtigen Grundlagen des Gemeinschaftslebens noch eher, wie unsere verschissene, degenerierte verblödete, verweichlichte, all ihres Wissens der Ahnen beraubte „Zivilisationsgesellschaft“!
    Klar soll sich jeder irgendwie nützlich machen, Wertschätzung/Vertrauen sich erarbeiten, was lernen, leisten, was der Gemeinschaft nutzt-darüber garkeine Diskussion, oder Streit…aber doch bitte nicht mit „Gutscheinen“, „Wertmarken“ und egal was noch für bürokratischen „Abrechnungsmethoden“!!! Ich dachte immer, die Freeman-Bewegung ist für weniger, bzw. keinen Staat…dann bitte doch auch am besten keine BürokratenKacke schon in kleinen Gemeinschaften-wo soll denn das enden?!
    Und summa summarum, auch für die schwachen, nicht oder kaum leistungsfähigen das Solidaritätsprinzip uneingeschränkt-oder hättest Du doch lieber Natur pur, Selektion in Reinstform (z.Bsp.Behinderte-was nutzen die schon…schnell mal wieder bischen Euthanasie..??! Ich nehm Solidarität…als im Sozialismus „hängengebliebener“.
    ***
    In der DDR sowie in jeder Gesellschaftsform waren die Egoisten, Egozentriker, Arschkriecher, Systemmitläufer und SeilschaftsSpezis immer die „angesehensten“, finanziell vorneweg-so wirklich viel können mußten die damals auch schon ned>>>lügen, betrügen, sich darstellen, Beziehungen knüpfen, schachern können, andere beschwatzen reichte oft aus-nimm nur die AutoschwarzmarktDDR-Millionäre…
    Zu 4.
    Dat hinkt ja nun wieder total aus’m Ruder…
    „Die bilden da ebensolche Gemeinschaften und helfen einander, z.B. mit Lebensmittelproduktion in der Stadt. Nennt sich „urbane Landwirtschaft“.“…Gemeinsam arbeiten…ernten…
    Hüüüülfeee!!!
    Inner Stadt, jaaa??? Ooohwei, wat machens die, die nich mal n’Balkon für die „urbane Landwirtschaft“ haben…neeeeeeee, komm, bitte, dat is doch nich wirklich Dein heiliger Ernst??!
    Und sowieso, was sollen bei einfachem autarkem Leben all Deine Vergleiche mit Akademikern, Anwälten (ich wär gar froh, wenn wir die Lügner total los sind!!!) und auch die „Ärzte“ (wo viele den Namen schon nicht mehr verdienen-Dank Ihrer korrupten Mittätigkeit in diesem Krankmach-PharmaSystem).
    Diese Sorte Spezies mit ihrem „Spezialkenntnissen“ braucht keine Sau wirklich(geh mal bei den Rentierzüchtern in Sibirien nachschauen-eher findest da bald noch n’Perlentaucher*Lach*!).
    Zu 5.
    Alles gefährlicher Blödsinn-der kleine „Staat“ im Staate…(schon schwer und schlimm genug, eine intakte Gemeinschaft innerhalb von „BRiD“-Zuständen zu gründen und zu führen).
    Wenn sich wirklich ein paar homogene Leute zusammenfinden und sich herauskristallisieren, löst sich diese „Problematik“ wünschenswerter Weise aus meiner Sicht von selbst!!!
    Hierfür sorgen die dabei herausragenden „Charakter-bzw.Persönlichkeitstiere“ von selbst, die ihrer Gemeinschaft den Halt, die Moral, Wertigkeit und Zusammenhalt vermitteln, ganz allein, durch die Autorität und Anerkennung die sie sich erarbeitet haben.
    Zu 6.
    Die Misere eben. Die Abhängigkeit vom und am System… Und wird das ganze dem System doch zu erfolgreich (zu viele finanzielle Felle schwimmen weg), greift um sich (weil es Schule machen will..), kommt notfalls die Repression, das Verbot (siehe hier Deinen anderen Beitrag!)
    Ich will mal noch folgendes sagen:
    Mir wäre eine Gemeinschaft (am besten vollkommen ohne Staat und diese ganzen Strukturen usw.) am allerliebsten. Ganz ohne jede Frage!
    In unserer „Hochzivilisation“ halte ich das leider für illusionär-nicht wirklich machbar, bzw. nur für Wenige teilweise machbar(wegen schon erwähnter Voraussetzungen usw.).
    Sollte unser Volk (also auch die mindest notwendige Masse davon) nicht endlich den Arsch aus der Couch hochbekommen, und endlich aufbegehren+aufräumen, erübrigt sich weitere Intellektuelle Diskussion über dies und das eh-weil wir alle sowieso ausnahmslos in EU u.NWO verheizt werden!
    ***
    Um die letzten „autarken“ Gemeinschaften werden sich dann schon die entsprechenden EU-Sonderpolizeitruppen sorgen…
    ***

  6. „Blablabla…wozu megalanges Geschreibsel“

    Dito. Wobei ich mir überlegt Klarheit zu schaffen versuche, du dagegen verbal in der Luft rumfuchtelst und einfach nur Häme und Pessimismus verbreitest, ohne sachlich zu argumentieren. Die Zeit kann ich besser verwenden. Frohes Schaffen noch.

  7. Danke für den konstruktiven Beitrag. So gar nicht trollig. 🙂
    Das sind aber zwei Paar Schuhe, von denen wir hier reden. Ich redete nicht von Entscheidungsfindung in riesigen Menschengruppen, sondern vom alltäglichen Miteinander in einer Gemeinschaft und der menschlichen Fähigkeit, soziale Beziehung aufzubauen, zu pflegen und zu überblicken. Ab ca. 250 Leuten geht die Synapsen-Jalousie runter und es wird mental aussortiert. Mehr packt der Bordcomputer erfahrungsgemäß nicht. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Ich kenne allerdings Leute, die wohl nicht mal 100 schaffen. 😉

  8. Man muss das Rad im Umschwung wechseln. Wenn wir keine Ideen entwickeln, unseren Willen politisch(mehrheitlich) zu entwickeln, werden die althergebrachten Mächte dies übernehmen. Lokal sich unabhängig zu machen ist der erste wichtige Schritt. Die grössere Herausforderung ist, die Macht zu behalten und uns als Menscheit endlich vom Joch der Unterwerfung zu befreien. Dieses System ist nur noch ein offener Strafvollzug, ich will da raus!!
    Zurück zur Einfacheit! Was benötigt der Mensch zum Überleben? Wie kann man das Miteinander organisieren, ohne dass eine Organisation sich bereichern kann, das ist mein Ziel. Nach der Wende in der DDR gab es ca. 1/2 Jahr einen rechtsfreien, sozusagen anarchistischen Raum und trotzdem brach kein apokalyptisches Chaos aus. Die Menschen können sehr wohl zivilisiert zusammenleben, ohne die erdrückende Allmacht eines schützenden Staates. Wenn man sich vor Augen hält, dass ein moderner Bauer für 133 Menschen Nahrung produziert, so könnte man mit 21 Tagen Arbeit im Jahr sein Bedürfnis nach Nahrung decken, wenn alle 133 Personen die anfallende Arbeit sich teilen. Wo ein Wille…

  9. Ich senftle mal ein bißchen. Es gab in Zeiten des Wirtschaftsplu(ü)nderlandes in den Sechzigern Gegende, in denen die Welt, meine natürlich die Gemeinschaft noch ‚einigermaßen‘ in Ordnung war. Alle hatten nicht viel, aber alle hatten Viele um sich und jeder konnte mit seinen Talenten beitragen oder es sein lassen. Es gab Bauern, Fabrikarbeiter, Gemeindearbeiter und Handwerker. Wer keine Wiesen und Äcker hatte, der hatte zumindest soviel Land, dass er sich einen Gemüse- und Obstgarten, Hühner und auch mal ein Schwein halten konnte. Luxus war ein Fremdwort, da es doch der Mehrzahl gut ging. Es gab auch Kranke, Alte und Habenichtse um die sich gekümmert wurde. Jeder kannte jeden und wenn jemand Sonntags in der Kirche fehlte, machte man sich schon Sorgen.

    Wer auch, was immer (um)baute, ein Haus oder Erweiterungen, neuer Dachstuhl o. ä., eine Scheune, Kamine, Schlachtungen, etc., gab es immer genug Talente in der Verwandtschaft oder Freund- oder Bekanntschaft, die ihre Hilfe anboten oder angefragt wurden. Ich hatte nie mitbekommen, daß etwas nicht fertiggestellt werden konnte, weil sich einige verweigerten. Insgesamt war die Gemeinschaft ein paar Hundert Seelen groß und die Erde drehte sich ruhig weiter.

    Bis, ……. dann kamen die Fremden. Das waren Städter aus den Ballungszentren der Republik. Die machten Urlaub und brachten GELD und mit dem GELD begann der Abstieg. Alle begannen Fremdenzimmer (später Gästezimmer ) anzubauen, das Klima verschlechterte sich zusehends. Die Hilfeleistung nahm untereinander ab. Die Konzentration war immer mehr auf die eigene Familie fixiert. Die Fremden waren hauptsächlich zu Ferienzeiten anwesend, da stieg die Bewohnerzahl auf doppelte Höhe und man brauchte nur noch jemanden fragen, ob er voll wäre um zu wissen, daß es ihm gut ging.

    Die Gemeinschaft, die noch funktionierte, liegt also schon Jahrzehnte zurück. Für den heutigen Zeitgeist unddenkbar.

  10. Aber wieder erreichbar. Eines der größten Probleme sehe ich darin, daß die Menschen oft gar nicht mehr in der Lage sind, irgendwas ohne Dollar-/Eurozeichen in den Augen und im Hirn zu betrachten.
    Diese Gutscheingeschichte soll die Leute nur anregen, Wert auf andere Weise zu bemessen und anderswo wiederzuentdecken. Wenn sie sich nicht in Geld erkenntlich zeigen können (weil ich z.B. nichts mehr für Geld mache), dann sind sie gezwungen, sich Gedanken zu machen, wie sie sich anders erkenntlich zeigen können – was sie zum Ausgleich für mich tun können, was sie eigentlich alles können. Es ist ein Versuch, den Weg zurück zu finden, zurück zu einem fast geldlosen Zusammenleben, wie es einmal funktioniert hat.

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